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Wie ein Leinenruck mich zu einem besseren Hundehalter machte und ich unseren Hundesport fand Obedience als Hundesport

Dieser Artikel ist Teil 1 von 6 in der Artikelserie Obedience

Wenn ich andere Hundehalter treffe oder diese mich beim Training sehen, fragen sie immer was ich denn da so mache, das würde ja klasse aussehen. Nun, ich sage ihnen dass dies die Hundesportart Obedience sei. Die darauf folgende Frage “Obedience? Was ist denn das?” kommt fast immer.

Zum Obedience bin ich ganz zufällig gekommen. Damals, vor 15 Jahren, stand ich zum ersten mal auf dem Hundeplatz. Mit süßen 15 Jahren versuchte ich unserem damaligen Border Collie Mischling Ghandi das Fuß beizubringen. Obwohl ich ja schon auf dem Hundeplatz war, konnten mir die Trainer dort nicht richtig vermitteln, wie ich es meinem Hund beibringen kann, freudig neben mir zu laufen und mich dabei noch anzusehen! Es hieß immer nur, du musst seine Aufmerksamkeit bekommen!

So lief ich mit den anderen Hundehaltern Stunde um Stunde im Kreis und erzählte meinem Hund was vom Pferd. Das er darauf keine Lust hatte, muss ich wohl nicht erwähnen. An Freifolge war gar nicht zu denken! Sobald der Karabiner klickte, sah ich nur noch eine Staubwolke. Der Trainer faselte irgendwie schon wieder was von Aufmerksamkeit und Bindung. Aber das bekam ich damals gar nicht mehr mir. Ich war verzweifelt und den Tränen nahe! Da war ich schon in einem Hundeverein und keiner konnte mir helfen und praktische Tipps geben. Bis auf einer. Der Hobbyjäger und Deutsch Drahthaar Liebhaber nahm sich Ghandi an.

Ghandi, Border Collie MischlingEr schnappte mir die Leine aus der Hand und lief mit Ghandi los. Und dann passierte es. Ein Schlüsselmoment für mich. Er zog so heftig an der Leine, das Inuki mehrere Meter zurück flog.  Das sollte nicht die Erziehung sein, die ich für meinen Hund wollte. Damals war ich noch sehr jung und damit nicht mutig genug dem guten Herren die Leviten zu lesen. Selbst die umstehenden Erwachsenen sahen nur stumm zu.

Trotzdem hat die Trainingsstunde mein Leben verändert! Ich war mir sicher, dass es andere Wege gab, meinem Hund klar zu machen, was ich will. Was ich möchte. Und vor allem, das er mit mir arbeitet, weil es auch ihm Spaß macht! Das er selber arbeiten möchte!

Gleich am Abend googelte ich “seinem Hund Fuß beibringen” und sah Bilder von toller, schöner Fußarbeit. Und Videos auf Youtube. Irgendwie (wie das so im Internet passiert) landete ich dann auf der Website von Imke Niewöhner.

Damals bot sie noch Obedience an und hatte gerade ein Workshop ausgeschrieben. Grundlagen des Obedience – Grundstellung, Fußarbeit, Apport. UND sie hatte damals auf ihrer Website eine kleine Trainingsanleitung zum Thema Fuß und Grundstellung bereitgestellt. Für die Trainingsanleitung bin ich noch heute dankbar. Denn diese ist und war wegweisend für mich. Die beschriebenen Methoden ganz anders als das, was ich in unserem Hausfrauenhundeverein gelernt habe. Und sie sind immer noch in meinem Ordner abgeheftet.

Ich trainierte die folgende Woche hart mit Ghandi. Und schon nach wenigen Trainingseinheiten habe ich Fortschritte gesehen. Und warum? Weil man mir in der Hundeschule verpasst hat zu sagen, das nicht jeder Hund beim Training Futter aufnehmen kann! Mit Spielzeug sah die Motivation bei Ghandi ganz anderes aus. Ich klemmte mir die Beißwurst unterm Arm und zeigte Ghandi schritt für Schritt was ich wollte. Und er zeigte mir, das ich auf dem richtigen Weg war. Das Training machte Spaß. Wir machten Fortschritte. Die darauffolgenden drei Trainingsstunden im Hundeverein fielen aus. Die Trainer waren krank oder im Urlaub. Oder ich auf dem Workshop von Imke.

Ich lernte so wahnsinnig viel. Und entdeckte meine Leidenschaft für Obedience und Hundetraining über positiver Verstärkung. Ich entschied für mich, nur noch auf diese Art und Weise mit meinen Hunden zu arbeiten.

Ich war dann noch ein bis zwei mal auf dem Hundeplatz. Ich zeigte ihnen die Fortschritte, die Ghandi und ich gemacht hatten. Aber sie verstanden nicht, das es nicht ihr verdienst gewesen ist. Meine Vorschläge, wie man das Training auf dem Hundeplatz besser strukturieren konnte, wollten sie nicht hören. Ich habe den Platz dann verlassen.

Fortan habe ich Obedience für mich selbst trainiert oder Workshops und Seminare besucht. Bei uns in der Nähe gibt es keinen Verein, der das anbietet. Und wenn, dann sind die Trainingszeiten mit meinen Arbeitszeiten nicht kompatibel. Das ist zwar ein bisschen frustrierend aber immer hin kann ich dann das Training so gestalten wie ich es möchte. Übrigens habe ich niemals nie wieder meine Leine aus der Hand gegeben.

Wie seid ihr zu eurem Hundesport gekommen und musstet ihr auch schon negative Erfahrungen auf dem Hundeplatz machen? Wie seid ihr damit umgegangen?

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Hi, ich bin Dani, Bloggerin und Autorin bei Kleinstadthunde. Ich liebe leckeres Essen, tolle Schokolade, spannende Serien und jegliche Art von Abenteuer. Du kannst mich auch auf Facebook und Instagram finden.

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