Bockhorner Moor mit Hund | kleinstadthunde,de
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Unterwegs in Friesland | Das Bockhorner Moor mit Hund Wie Inuki fast eine Moorleiche wurde

Am Vatertag – oder auch Himmelfahrt – waren wir zu einer kleinen Tour aufgebrochen. Nicht weit von Zuhause entfernt fanden wir mit Hilfe einer Wander-App einen Rundweg durch das Bockhorner Moor.

Ich finde Moorlandschaften faszinierend und schaurig zu gleich. Kalte Nebelschwaden, sumpfartige Böden, merkwürige Tiergeräusche und Menschen, die darin einfach so verschwinden.

Moore sind ökologische Übergangszonen zwischen Land und Wasser. Sie entstehen durch einen enormen Wasserüberschuss, der zum Beispiel durch ständige Niederschläge hervorgerufen wurde. Die Folge ist ein Sauerstoffmangel, der zu einem unvollständigen Abbau von Pflanzenresten führt, die sich dann als Torf ablagern. Durch die Anhäufung von Torf wächst die Oberfläche von Mooren in die Höhe. Moore beherbergen unzählige Pflanzen- und Tierarten, die durch ihre Seltenheit besonders schützenswert sind.

Unser Ausflug zum Bockhorner Moor in unser Story auf Instagram

Unser Anfahrtsweg von knapp 11 km führte uns durch super niedliche Dörfer. Am Startpunkt des Rundweges angekommen parkten wir an der Straße. Denn leider waren weit und breit keine Parkplätze zu sehen. Auch wenn mir das ein wenig Bauschmerzen bereitete, so hatten wir in der Hinsicht keine andere Wahl. Immerhin parkten wir in einer 30er Zone.

Anfangs war die Tour sehr anstrengend. Das erste Stück führte uns auf einem richtig sandigen Boden entlang. Der Sand war so fein, es lief sich wie am Strand. Ich bin beim laufen richtig darin versunken. Hinzu kam noch die Sonne, die sehr ungünstig stand und direkt auf meinen Nacken brannte. Aber dennoch war dieser Abschnitt schön anzusehen. Zu unserer linken der Birkenwald und zu unserer rechten Seite Kuh- und Futterweiden.

Nach und nach wurde es dann immer waldiger und zum Glück auch schattiger. Der Strandboden wich festem Untergrund. Jetzt wurde die Tour noch besser! Nicht nur für mich. Auch Inuki hat sich über den Schatten gefreut.

Nach einer Weile haben wir dann die Schutzhütte passiert und dann die wahre Schönheit des Moores bestaunen dürfen. Eine Hinweistafel erzählte uns, dass hier im Jahr 1934 die Moorleiche eines 34 Jahre alten Mannes gefunden wurde. Anscheinend ist er um 55 v. Chr. und 25 n. Chr gestorben.

Leider bestanden alle anderen Hinweistafeln nur aus QR-Codes. Ich persönlich konnte mich nie mit diesen Codes anfreunden und habe dann auch erst gar nicht versucht sie mit meinem Smartphone auszulesen. Ich hätte mir lieber richtige Info-Tafeln gewünscht.

Leider haben sich Inuki und Skadi dann noch einen Fauxpas gegönnt. Die Moore (bzw. diese Moorseen) waren zwar alle nicht direkt erreichbar und mit Büschen umgeben (und somit total uninteressant für Inuki und Skadi) aber zu einem See führte ein kleiner getrampelter Schleichweg. Tja. Bei Wild hätte ich sie abrufen können, bei Wasser sieht das leider anders aus. Luxusprobleme.

Plumps. Da saßen sie im Moor. Ihr kennt ja bestimmt die schaurigen Moor Storys oder? Und wie Moorleichen entstehen? Ich dachte jedenfalls, man würde gleich hinab gezogen werden und dann qualvoll ersticken. Tatsächlich bleibt man aber erst einmal stecken und kommt selten aus eigener Kraft wieder raus. Das musste auch Inuki feststellen. Zum Glück trägt er neuerdings ein Geschirr und so konnte das Herrchen ihn aus dem Schlamm ans Ufer ziehen. Aber Inukis Panik in den Augen werde ich so schnell nicht vergessen.

Wie Skadi es aus dem Moor geschafft hat, weiß ich nicht. Sie war nach dem ersten rufen gleich wieder da. Und nur weil Inuki nicht auch kam sind wir, zum Glück, recht zügig zu ihm geeilt.

Bockhorner Moor mit Hund | kleinstadthunde,deNatürlich war ich sauer. Sauer auf die Hunde weil sie meinen Rückruf ignoriert haben. Sauer auf mich, weil ich den Trampelpfad nicht gesehen habe (und auch nicht sehen konnte) und sauer, weil Inuki echt Schiss bekommen hat. Er war danach total aufgekratzt und voller Adrenalin. Es dauerte eine Weile, bis er sich wieder beruhigt hatte. Solltet ihr also mal im Moor unterwegs sein und eure Hunde auch solche Wasserratten sein – passt besser auf als ich. Hätte ich den Trampelpfad gesehen, wären meine Hunde auch an die Leine gekommen.

Und nach 4,15 km standen wir dann an unserem Auto. Fertig mit den Nerven aber glücklich. Rückblickend war es eine schöne Tour die definitiv wiederholt wird. Denn trotz der einladenden Optik haben wir kaum andere Menschen getroffen. Nur einige Radfahrer auf den Verbindungsstraßen.

Ach ja – Inuki und Skadi mussten Zuhause zwei mal duschen. Einmal im Garten und einmal im Haus in der Dusche. Der Schlamm ging soooo schlecht aus dem Fell und roch sehr unangenehm. Bei Inuki lief die zweite Dusche bestimmt eine halbe Stunde lang durch bis alles aus dem Fell war.

 

 


Quellen

1) https://www.swr.de/naturwunder/thema-1-selbstversuch-moor/-/id=1223312/did=4114356/nid=1223312/wbcbwx/index.html 

Hi, ich bin Dani, Bloggerin und Autorin bei Kleinstadthunde. Ich liebe leckeres Essen, tolle Schokolade, spannende Serien und jegliche Art von Abenteuer. Du kannst mich auch auf Facebook und Instagram finden.

2 Kommentare

  • Isabella

    Bis auf den ungeplanten und doch relativ gut geendeten Ausflug direkt ins Morr hört sich das wirklich nach einer schönen Tour an. Ich bin auch sicher, dass die Hunde da so viel zu Schnuppern haben, dass alle ihre Sinne wirklich gefordert werden.

    Das mit dem Duschen kenne ich hier auch … wenn die Hunde sich ins Watt begeben 😉

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

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