Fußarbeit im Obedience mit einem Dackel
Hundeleben,  Hundesport,  Training

Fußarbeit ist die schönste Arbeit Wie ich die Fußarbeit aufgebaut habe

Dieser Artikel ist Teil 3 von 6 in der Artikelserie Obedience

Die meiner Meinung nach wichtigste Übung im Obedience ist die Fußarbeit. Und auch in anderen Hundesportarten kommt man um das Fuß! nicht herum. Bei der Begleithundeprüfung, deren bestehen Voraussetzung zur Teilnahme an anderen Hundesportarten und deren Prüfungen ist, laufen Hund und Halter eine ganzes Laufschema im Fuß. Sowohl angeleint als auch in der Freifolge. Im Gegensatz zu anderen Hundeführern, die die Fußarbeit als notwendiges Übel empfinden, sehe ich die Fußarbeit als eine der schönsten Übungen überhaupt an. Mein Hund schaut mich an, klebt an mir und wir laufen ohne viele Worte wie eine harmonische Einheit.

Fußarbeit
Bild von susanne906 auf Pixabay

Wie soll Fußarbeit aussehen?

Der Hund läuft links neben seinem Hundeführer, möglichst eng aber ohne dabei zu bedrängen. Seine Schulter ist dabei auf Kniehöhe. Dabei soll der Hund seinen Blick konstant zum Hundeführer halten und freudig mit laufen.

Wie baue ich die Fußarbeit mit meinem Hund auf?

Es gibt, wie immer, mehrere Wege um das Fuß aufzubauen. Jeder muss für sich selbst entscheiden auf welche Methode sein Hund besonders gut anspringt und welche somit am vorteilhaftesten ist. Aber in jedem Fall rate ich dazu, erst die Grundstellung sauber aufzubauen, bis der Hund diese selbstständig und möglichst korrekt auf Kommando einnimmt. So müsst weder ihr noch euer Hund sich auf zwei Dinge gleichzeitig konzentrieren und könnt eure ganze Aufmerksamkeit dem Fuß zukommen lassen.

Ich werde euch zwei gängige Methoden näher bringen, einmal das Fuß aus der Grundstellung heraus und dann das Fuß durch Futtertreiben.

Fuß aus der Grundstellung

Bei dieser Methode lasst ihr den Hund die Grundstellung einnehmen und wartet bis er euch erwartungsvoll anschaut. Ihr nehmt einige weiche Leckerlies in die linke Hand und zeigt es dem Hund. Nehmt dann die Hand hoch zu eurer Schulter. Geht einen Schritt vorwärts und fordert euren Hund auf mitzukommen. Sobald er den ersten Schritt mitgekommen ist, c+b. Achtet darauf, das ihr zwar den Hund beim angehen, also kurz vorm losgehen motiviert, aber beim laufen selber nicht redet. Schließlich ist dies in der Prüfung ja auch nicht erlaubt und ihr wollt ja nicht, das der Hund das Hochschauen mit euren verbalen Ausschweifungen verknüpft und dann nur hoch schaut wenn ihr mit ihm die Sonderangebote von Aldi durch geht.

Wenn das gut klappt, könnt ihr die Strecke nach und nach ausbauen. Achtet darauf, nicht zu viel auf einmal zu wollen. Macht lieber einen korrekten Schritt zu wenig statt einen falschen Schritt zu viel. Sollte der Hund seine Aufmerksamkeit verlieren, euch also nicht mehr anschauen, brecht ihr die Übung ab und beginnt von vorne.

Habt ihr einen Hund, der dazu neigt, zurück zu hängen, versucht einfach mal ihm das Futter nach vorne weg zu werfen um seine Motivation zu steigern. Bei Hunden, die eher nach vorne preschen und zum Bedrängen neigen, würde ich entweder nur in der Grundstellung belohnen, oder aber das Futter in einem Bogen nach hinten weg werfen. Letzteres bietet sich auch an, wenn der Hund dazu neigt schief zu werden oder nicht an eurem Bein „klebt“.

Wenn alles sitzt, könnt ihr anfangen die Hilfen abzubauen. Dazu kommt der Hund wie gewohnt in die Grundstellung. Ihr zeigt ihm die Hand und steckt das Futter in die Tasche/Beutel und zeigt ihm erneut die leere Hand. Anschließend führt ihr die Hand wieder zu eurer Schulter und wartet bis die Aufmerksamkeit des Hundes bei euch ist und geht an. Gleich nach dem ersten Schritt, sofern der Hund mit geht, c+b. Und das könnt ihr jetzt wieder soweit ausbauen bis es zuverlässig klappt. Und genauso baut ihr auch die Hand selbst ab. Lasst sie einfach mal zwischendurch hängen und wenn euer Hund dennoch seine Position hält, Jackpot. Sollte er an eurer Hand schnuppern oder ähnliches, lauft einfach weiter und wenn er die korrekte Position wieder einnimmt, Jackpot.

Ihr könnt das Ganze natürlich auch ohne Futter trainieren. Schließlich liebt nicht jeder Hund Futter oder arbeitet gerne dafür. Inuki, mein Hund, ist zum Beispiel so einer. Er mag kein Futter im Training aufnehmen. Also nehmen wir Spielzeug und klemmen es uns in die Achselhöhle. Achtet darauf, den Ball (oder was immer benutzt) schräg nach hinten weg zu werfen, so dass der Hund eine Wendung nach außen hin vollführen muss. Werft ihr ihn geradeaus oder über eure “Laufbahn” wird der Hund unter Umständen aus der Erwartungshaltung heraus anfangen vorzupreschen oder euch zu bedrängen.

Fuß durch Futtertreiben

Futtertreiben eignet sich besonders für die Hunde, die im Sport gehen sollen und die dafür die nötige Größe haben. Bei kleinen Hunden wird sich der ein oder andere Hundehalter sicherlich über Rückenschmerzen freuen.

Angefangen wird ganz einfach. Man zeigt dem Hund das Futter in der Hand und gibt es ihm, wenn er anfängt richtig in die Hand reinzustupsen und dran zu knabbern. Lasst ihn richtig energisch werden. Dabei ist es in diesem Schritt noch egal wo sich der Hund zum HF befindet. Wenn euer Hund diesen Schritt verstanden hat, also aktiv für das Futter arbeitet und in die Hand rein stupst, fangt ihr an Rückwärts zu laufen.

Auch hier soll euer Hund aktiv für sein Futter arbeiten. Ihr lasst euch dann regelrecht Rückwärts von ihm zurück treiben. Deshalb nennt sich diese Methode auch Futtertreiben. Nach und nach dreht ihr euch dann so, dass der Hund automatisch die richtige Fußposition einnimmt und dort weiter treibt. Der Hund läuft also nicht dem Futter nur nach sondern er arbeitet aktiv an der Hand. Und auch nur für aktives Arbeiten öffnet sich die Hand. Nach und nach zeigt man dem Hund so alle Elemente der Fußarbeit.

Der Abbau eurer Hand passiert bei dieser Methode aber erst wirklich spät. Anfangs löst man die Hand nur kurz von der Schnauze des Hundes und gibt sie sofort zurück und belohnt. Diesen minimalen Augenblick müsst ihr nach und nach immer länger ausbauen. Meist hält man die Hand immer noch auf einer Linie zwischen Hundeschnute und den eigenen Augen. Wenn der Hund dann sicher in der geübten Position arbeitet, bringt man schrittweise Bewegung in den linken Arm. Ziel ist, dass sich der Arm bewegen kann ohne dass der Hund die Position verlässt.

Winkel und Wendungen

Während ich finde, dass man Winkel und Wendungen bei dem Futtertreiben gleich mit einbauen kann, sollte man bei dem Fuß aus der Grundstellung heraus die Winkel und Wendungen separat üben und erst dann alles verketten.

Kennen eure Hunde die Fußarbeit? Wie habt ihr sie aufgebaut?

Weiterlesen:<< Zwischen Wahnsinn und DisziplinDer Beginn und das Ende jeder Übung >>

Hi, ich bin Dani, Bloggerin und Autorin bei Kleinstadthunde. Ich liebe leckeres Essen, tolle Schokolade, spannende Serien und jegliche Art von Abenteuer. Du kannst mich auch auf Facebook und Instagram finden.

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