Working Cocker Spaniel
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Der nächste Modehund ist ein Working Cocker Spaniel? Ein Working Cocker Spaniel im Fernsehen und mein Email Fach läuft über

Dieser Artikel ist Teil 1 von 2 in der Artikelserie Working Cocker Spaniel

Ihr habt es bestimmt auch gesehen, oder? Top Dog? Die Hundeshow auf RTL? Also ich habe erst spät eingeschaltet, einige Folgen waren schon gezeigt worden. Nur durch Zufall habe ich erfahren, dass ein Working Cocker teil nimmt. Und ja, da musste ich natürlich zuschauen und war positiv überrascht. Auch wenn ich persönlich nicht an so etwas teilnehmen würde, mitgefiebert habe ich bis zur letzten Sekunde. Auch wenn der Working Cocker nicht Top Dog Germany geworden ist.

Aber, nach jeder Folge in der der rote Flitzer zu sehen war, habe ich mehr und mehr Emails bekommen. Emails, in denen Menschen sagen wie toll sie den Worker fanden und dass sie sich SOFORT verliebt hätten und nun auch gerne einen haben möchten. Nur woher? Ob ich weiter helfen könnte. Das ist die Frage, die ich mir 2013, kurz nach dem Einzug von Skadi, auch gestellt hatte. Skadi kommt ja aus dem Tierschutz und hatte einige Baustellen. Ich habe recherchiert was in ihr drin stecken könnte und kam zu dem Ergebnis, dass sie phänotypisch nach einem Working Cocker Spaniel kommt. Ob das auch genotypisch hin kommt? Vermutlich nicht. Vielleicht wohl? Im Prinzip ist es mittlerweile egal.

So bin ich auf die Rasse aufmerksam geworden. Und 2013 gab es noch keine Züchter in Deutschland. Ich stand seinerzeit mit Züchtern in UK und einer WCS Rescue in Kontakt. Da aber der Dritthund erst viel viel später in Frage kam, hatte ich den Gedanken eines Imports auch schon wieder verworfen. Erst Ende 2020 ist der Working Cocker bei mir eingezogen. Acht Jahre. 8! Jahre! hat es gedauert. In diesen 8 Jahren habe ich meine Züchter in Deutschland kennengelernt und mehrmals besucht, die Rasse kennen gelernt und und und. Die Reise zu einem WCS war bei mir also ein länger Prozess und nicht “verliebt auf den ersten Blick bei einer TV Show”. Deswegen – man möge es mir verzeihen – verdrehe ich reflexartig die Augen wenn Working Cocker, Top Dog und verliebt in einem Atemzug genannt wird. Gleichwohl freut es mich aber, dass der Working Cocker auf Grund dieser Show in Deutschland bekannter und anerkannter wird.

 

Damit ich nicht auf jede Mail einzeln antworten muss, fasse ich die Fragen und Antworten aus den Mails einmal in einem kleinen FAQ zusammen.

  • Woher bekomme ich einen Working Cocker Spaniel in Deutschland?

Das ist die Frage aller Fragen und kann so pauschal nicht beantwortet werden. Entweder man importiert sich einen aus Großbritannien oder fragt beim Cocker Club Deutschland. Letztere ist der einzige betreuende Rassehundeclub in Deutschland und kann ggf. einen Kontakt zu einem Züchter herstellen.

  • Warum gibt es in Deutschland kaum Züchter von Working Cocker Spanieln?

Das ist ein komplexes Thema und wird auf der Website working-cocker-spaniel.jimdofree.com gut erklärt.

  • Wie viel kostet ein Working Cocker Spaniel?

Das hängt vom Züchter ab und kann pauschal nicht beantwortet werden. Anzusiedeln ist er in der Regel zwischen 1500 EUR – 2500 EUR, bei importierten Hunden sind die Kosten natürlich weitaus höher.

  • Sind die immer so wie im Fernsehen? (Also wuselig, hibbelig, schnell?)

Ja und Nein. Mein eigener WCS kennt nur Gas geben oder schlafen. Auf Spaziergängen ist sie immer in schneller Bewegung und erinnert an einen Ameisenhaufen. Ansonsten ist sie natürlich bei aufregenden Ereignissen selbst auch aufgeregt und steckt andere mit ihrer Nervosität schnell an. Das muss man schon so mögen. Wenn ich jedoch auf der Couch liege, arbeite oder sonstiges kann sie sich auch ins Körbchen legen und schlafen. 

  • Gibt es Working Cocker Spaniel auch in Tierheimen?

Nope, jedenfalls nicht in Deutschen. Im Auslandstierschutz findet man manchmal Hunde die so aussehen als ob sie WCS wären, was allerdings in den meisten Fällen eher nicht zutrifft. 

  • Kann man Working Cocker Spaniel auch ableinen oder gehen die jagen?

Also Eve ist ableinbar und zu 90 % geht sie bei mir im Freilauf. Probleme mit Wild oder das sie permanent jagen will haben wir nicht. Aber ich kenne auch WCS die nicht ableinbar sind … das hängt vermutlich vom jeweiligen Hund und ggf. von dessen Training ab. 

  • Zu wem, denkst du, passt ein Working Cocker Spaniel? (Die Frage wurde nie gestellt, allerdings sollte sie als erstes gestellt werden …)

Zu Menschen mit sportlichen Ambitionen. Ich glaube, dass es egal ist ob du Dummy, Obi, Agi oder sogar Jagen willst. Der WCS hat an allem Spaß was er mit seinem Menschen macht. Der würde für dich bestimmt auch IPO/IGP machen. 

Als reiner Familienhund sehe ich den WCS nicht. Und Menschen ohne Hundeerfahrung können es unter Umständen auch nicht leicht mit einem WCS haben. Grundsätzlich empfehle ich, dass man die Rasse kennenlernt und sich mit Haltern dieser Rasse austauscht und man sich ggf. sogar trifft. Wer sich schnell aus der Ruhe bringen lässt und sich von der Nervösität und Hibbeligkeit anderer anstecken lässt, sollte sich lieber eine gemächlichere Rasse aussuchen. 

Ich hoffe, ich konnte dem ein oder anderen schon mal ein paar Infos geben, ansonsten ist der oben verlinkte Blog auch eine tolle Informationsquelle, gerade was die Zucht betrifft. Auf FB gibt es eine Working Cocker Deutschland Gruppe mit Haltern aus Deutschland. Falls sich jemand vernetzen möchte, könnte man dort Kontakte knüpfen.

Weiterlesen:Und? Wie ist das Leben so mit einem Working Cocker Spaniel? >>

Hi, ich bin Dani, Bloggerin und Autorin bei Kleinstadthunde. Ich liebe leckeres Essen, tolle Schokolade, spannende Serien und jegliche Art von Abenteuer. Du kannst mich auch auf Facebook und Instagram finden.

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