Blogbällchen: Arbeit und Hund, vereinbar oder Tierquälerei? Wie man den Spagat schafft

Inuki |kleinstadthunde.de

Im Zuge unseres Blogbällchens behandeln wir heute ein Thema über das sich hoffentlich bisher jeder Hundebsitzer vor der Anschaffung seines Hundes Gedanken gemacht hat. Hund und Arbeit. Oder wie bekomme ich beides auf die Reihe ohne das eine oder das andere zu vernachlässigen?

Es gibt Arbeitnehmer, die haben den Luxus ihren Hund mit zur Arbeit nehmen zu können. Habe ich leider nicht. Ich sitze in einem Großraumbüro eines internationalen Dienstleistungsunternehmen. Das heißt ich sitze in so einer amerikanischen Box mit Stoffwänden wie ihr sie sicher schon mal in Filmen gesehen habt. Ein Hundi ist da schwierig unterzubringen.

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Zum Glück war ich im ersten Jahr meiner Hundehaltung, also Inukis erstes Lebensjahr, Studentin und konnte mir meine Zeit frei einteilen. Aber dann bin ich ins Berufsleben eingetreten und widme mich einem 8 Stunden Arbeitstag. Es gibt viele die jetzt aufschreien “Tierquäler, wie kannst du deinem Hund das antun?” Aber Inuki hat den ganzen Tag geschlafen. Morgens bevor es zur Arbeit ging gab es reichlich Auslauf. 1 1/2 Stunden quer übers Feld oder durch den Park oder auf der Stadtwiese Ball spielen oder eben schon Training und Unterordnung. Auch wenn das hieß um 5 Uhr morgens bereits durch Regen, Matsch und Dreck zu laufen. Und wenn ich dann am Nachmittag wieder Heim gekommen bin habe ich mir als erstes die Hundeleine geschnappt. Ein Leben für den Hund quasi. Aber so wollte ich es.

Obwohl Inuki den Tag verschlafen hat (laut wissenschaftlichen Studien sollten Hunde so oder so mind. 18 Stunden am Tag schlafen) hatte ich nach einiger Zeit ein schlechtes Gewissen. Besonders im Winter. Die Tage wurden kürzer und kürzer. Zusammen sahen wir fast keinerlei Tageslicht mehr.

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Und so kam es das ich mich früher als gewollt (nämlich schon vor Inukis bestandener Begleithundeprüfung) zu einem Zweithund entschieden habe. Sie sollte eigentlich ein Er werden, der Cocker Spaniel ein Border Collie und statt Tierschutzhund ein Züchterhund. Tja. Das Leben spielt die schönsten Geschichten und Pläne die über den Haufen geworfen werden sind die besten. Skadi zog ein. Und bis heute habe ich es nicht bereut. Gut, Rudeldynamik ist ein ganz besonderes Thema für sich welches ich hätte mehr Beachtung schenken sollen (Stichwort: Leinenaggro und Solidaritätspöbeln). Außerdem sind da noch Skadis ganz eigene Baustellen die trainiert werden müssen.

20150312-IMG_9802Und seitdem Frauchen sich letztes Jahr ein Herrchen zugelegt hat, ist alles gleich noch viel besser. Herrchen und Frauchen arbeiten im Schichtsystem um ca. 4 Stunden versetzt sodass die Hunde max. 4.5 Stunden alleine sind. Perfekt. Und trotzdem ist der Spagat, wie Jokos Frauchen schon schrieb, schwierig. Der Arbeitstag hat sich für mich nicht verkürzt. Im Gegenteil. Die Hunde bekommen vor und nach meiner Arbeit die höchstmögliche Aufmerksamkeit. Das einzige was ziemlich bei uns leidet ist der Haushalt. Der wird dann auf die freien Tage verschoben. Schwund ist immer. Und auch das Training auf dem Hundeplatz findet nur noch sporadisch statt. Ich arbeite auch am Wochenende und das Training findet überwiegend Samstag Nachmittags statt. Und dann wollen natürlich auch ab und an die Eltern besucht werden, gerne am Wochenende und am besten mind. 1x im Monat. Noch weniger Zeit für Haushalt und Hundeplatz aber hey, 1x im Monat ist der Hundeplatz dann wenigstens drin. Zeit für sich selber – also Arbeits,- Hunde,- und Haushaltsfreie Zeit ist selten und ein kostbares Gut. Und auch notwendig für das seelische Gleichgewicht auch wenn die Spaziergänge mit den Hunden ebenso gut tun.

Ihr seht, der Spagat ist schwierig aber machbar.

Den Spagat schafften auch:

Wie schafft ihr euren Spagat?

0 Kommentare

  1. Als uns mehr oder weniger der Zufall Gibbs ins Haus gebracht hat, waren meine Frau und ich bereits im Schichtdienst tätig und Junior ging noch zur Schule. Bedeutet das 3 Familienmitglieder bis zu 9 Stunden außer Haus sind. Bevor wir dem Tierheim bescheid gegeben haben das wir Gobbs wirklich nehmen wollen, tagte der Familienrat. Hier wurde nochmal abgestimmt wie wir es am Besten hinbekommen. Heute ist es in der Regel so, dass Gibbs höchstens 4 Stunden allein ist. Sollten wir mal länger ausfahren wird Schwiegermutter eingespannt.
    Seine mindestens 3 Gassirunden bekommt er auf alle Fälle. Und er hat ja auch noch seinen ne unseren Garten zum verweilen.

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