Camping beginnt selten erst auf dem Campingplatz. Manchmal beginnt es in einem Laden voller Menschen, klappernder Einkaufswagen und Campern mit derselben Idee: „Wir brauchen noch ein paar Dinge.“ Genau so startete auch unser erstes Wohnwagen-Wochenende in den Niederlanden.
Unser erster Wohnwagen-Trip nach Winterswijk
Freitagmittag ging es los Richtung Niederlande. Für uns war es die allererste Tour mit Wohnwagen. Entsprechend war die Aufregung vorher durchaus spürbar. Beim ersten Mal hört man plötzlich jedes Geräusch, schaut gefühlt alle zehn Sekunden in den Rückspiegel und fragt sich, ob wirklich alles so funktioniert, wie man es sich vorgestellt hat.
Die Fahrt selbst war allerdings erstaunlich entspannt. Der Verkehr war moderat und das Fahren mit Wohnwagen deutlich unkomplizierter, als wir es erwartet hatten.
Bevor wir allerdings zum Campingplatz gefahren sind, haben wir noch einen Zwischenstopp eingelegt – bei Obelink in Winterswijk. Wer campen geht, kennt diesen Laden wahrscheinlich. Obelink ist einer der größten Campingausstatter Europas und entsprechend eine Art Pilgerstätte für Camper.
Und genau so fühlte es sich auch an.
Der Laden war brechend voll.
Man darf dort grundsätzlich Hunde mit hineinnehmen. Viele Menschen setzen ihre Hunde dafür in einen Einkaufswagen. Wir haben unsere beiden allerdings im Auto warten lassen. Bei dem Andrang wäre es für sie einfach zu stressig gewesen.
Stattdessen haben wir uns erst einmal durch das Sortiment gearbeitet und uns mit allerlei Dingen eingedeckt – sozusagen die erste Grundausstattung für unser neues Campingleben.
Mit unseren Einkäufen ging es danach weiter zum Campingplatz.
Ankommen auf dem Campingplatz
Gegen 14:30 Uhr kamen wir schließlich auf dem Campingplatz De Harmienehoeve bei Winterswijk an. Der Check-in war ab 14 Uhr möglich, also perfekt im Zeitplan.
An der Rezeption meldeten wir uns kurz an. Da wir unseren Stellplatz bereits vorab reserviert hatten, konnten wir direkt weiterfahren und uns einrichten.
Der Platz selbst war zu dieser Jahreszeit noch sehr ruhig. Es war früh im Jahr, viele Camper waren noch nicht unterwegs. Für uns war das allerdings ideal.
Die sanitären Anlagen – Duschen und Toiletten – waren völlig in Ordnung. Kiosk, Restaurant und Brötchenservice hatten allerdings noch geschlossen, was schlicht daran lag, dass die Saison noch nicht richtig begonnen hatte.
Unser Stellplatz war großzügig und schön gelegen. Gerade mit Hunden ist es angenehm, wenn man etwas Platz um sich herum hat.
Beim Einrichten unseres Wohnwagens stellten wir allerdings ziemlich schnell fest: Ein Outdoor-Teppich wäre wirklich eine gute Idee gewesen.
Der Boden vor dem Wohnwagen war noch recht feucht und erdig. Mit zwei Hunden dauerte es nicht lange, bis der halbe Waldboden im Wohnwagen verteilt war.
Camping bedeutet eben auch, Dinge sehr schnell zu lernen.
Winterswijk und seine Umgebung
Die Region rund um Winterswijk hat uns sofort begeistert. Alles ist sehr ländlich, viel Grün, viel Platz und eine angenehme Ruhe.
Besonders auffällig sind die Häuser. Viele stehen auf großen Grundstücken, oft mit viel Abstand zu den Nachbarn. Für Hundehalter ist das natürlich ein Traum.
Während wir dort unterwegs waren, dachte ich mehr als einmal: Hier könnte man eigentlich auch leben.
Vom Campingplatz aus konnte man direkt loslaufen und sehr schnell schöne Wege durch Felder und kleine Waldstücke erreichen.
Am ersten Abend machten wir deshalb noch eine kleine Runde mit den Hunden – etwa vier Kilometer rund um den Campingplatz.
Danach gab es unser erstes echtes Campingessen: Nudeln mit Tomatensauce. Einfach, unkompliziert und nach einem langen Tag genau das Richtige.
Für die Hunde gab es Beneful Trockenfutter. Normalerweise barfen wir, waren uns aber unsicher, ob wir rohes Futter mitnehmen sollten. Inzwischen wissen wir: Der Kühlschrank im Wohnwagen hat genug Platz. Beim nächsten Mal kommt das Barf definitiv mit.
Die erste Nacht im Wohnwagen war erstaunlich ruhig. Die Hunde waren zunächst etwas aufgeregt, aber das legte sich schnell. Nach kurzer Zeit hatten sie den Wohnwagen offenbar als unser gemeinsames „Basislager“ akzeptiert.







Ein zweiter Besuch bei Obelink
Am Samstagvormittag fuhren wir tatsächlich noch einmal zu Obelink.
Der Outdoor-Teppich ließ uns einfach keine Ruhe.
Der Parkplatz war wieder gut gefüllt – und im Laden dürfte es kaum leerer gewesen sein. Philipp ging hinein, um den Teppich und noch ein paar andere Dinge zu besorgen.
Ich blieb währenddessen mit den Hunden draußen.
Vor dem Ausgang standen ein paar Bänke, auf denen man sich gut hinsetzen konnte. Also machten wir es uns dort gemütlich und beobachteten das bunte Treiben.
Das war fast schon ein kleines Schauspiel.
Viele Camper kamen mit vollgepackten Einkaufswagen aus dem Laden. Einige hatten ihre Hunde tatsächlich im Wagen sitzen, andere liefen nebenher. Grundsätzlich funktioniert das dort wohl ganz gut – aber bei dem Andrang an diesem Samstag war ich sehr froh, dass unsere beiden draußen geblieben waren.
Für sie wäre das einfach zu viel gewesen.
Freilaufgebiet im Wald
Später wollten wir ein Waldgebiet etwa 20–30 Minuten vom Campingplatz entfernt erkunden. Dort gibt es ein ausgewiesenes Hunde-Freilaufgebiet.
Und dort haben wir auch gelernt, dass die Niederländer diese Freilaufzonen ziemlich ernst nehmen.
Als wir ankamen, begegneten wir einem Hundehalter, dessen Hund frei lief. Wir entschieden uns trotzdem, unsere Hunde kurz anzuleinen, um ohne Kontakt aneinander vorbeizugehen – eine Strategie, die man aus Deutschland gut kennt.
Das wurde allerdings nicht besonders freundlich aufgenommen.
Der andere Hund kam direkt auf uns zugelaufen. Pan fand das verständlicherweise nicht so toll und reagierte deutlich. Daraus entstand eine eher unangenehme Situation.
Im Nachhinein war es vermutlich einfach eine Mischung aus Stress, vielen neuen Eindrücken und einem aufdringlichen Jungrüden.
Zum Glück blieb es die einzige unschöne Begegnung. Alle anderen Hundebesitzer danach nahmen ihre Hunde zu sich, sodass wir problemlos passieren konnten.
Das gehört zum Leben mit Hund eben auch dazu: Nicht jede Begegnung läuft perfekt.
Wochenmarkt in Winterswijk
Nach dem Spaziergang fuhren wir zum Wochenmarkt in Winterswijk, der jeden Samstag stattfindet.
Eigentlich wollten wir die Hunde im Auto lassen. Doch das Wetter war viel zu warm dafür – also kamen sie mit.
Überraschenderweise lief das ziemlich gut.
Pans Leinenführigkeit war deutlich besser als erwartet. Die vielen Eindrücke machten ihn vermutlich etwas vorsichtiger.
Mit Hunden über einen Markt zu laufen bedeutet natürlich immer auch, vorausschauend zu sein: Abstand halten, Bögen gehen, andere Hunde früh erkennen.
Wir liefen deshalb nur eine kleine Runde, kauften Wurst und Käse und gönnten uns zum Abschluss ein Eis.
Natürlich bekamen auch die Hunde eine Kugel im Becher.
Selbst Scully, der Menschenmengen eigentlich nicht besonders mag, hat das alles erstaunlich souverän gemeistert.
Ein letzter Spaziergang
Am Sonntagmorgen schliefen wir aus, frühstückten gemütlich und packten anschließend zusammen.
Bevor wir nach Hause fuhren, machten wir noch einen letzten Stopp in einem großen Waldgebiet. Praktischerweise gab es dort sogar Parkplätze speziell für Fahrzeuge mit Anhänger.
Der Wald war wunderschön und sehr weitläufig.
Zunächst liefen wir eine ganze Weile im Bereich mit Leinenpflicht. Erst später entdeckten wir auf der anderen Straßenseite das Freilaufgebiet.
Dort konnte Pan endlich noch einmal richtig Gas geben.
Unser Fazit
Unser erstes Campingwochenende in den Niederlanden war rundum gelungen.
Die Landschaft rund um Winterswijk ist wunderschön, die Wege sind ideal für Spaziergänge mit Hund und die Freilaufgebiete bieten viel Platz für Bewegung.
Natürlich lief nicht jede Begegnung perfekt. Aber genau das gehört dazu.
Für uns steht jedenfalls fest: Das war definitiv nicht unser letzter Trip in die Niederlande.
Und bis zur nächsten Reise arbeiten wir weiter an Pans Sozialverhalten mit anderen Hunden – damit wir die Freilaufgebiete beim nächsten Mal noch entspannter genießen können.
Manchmal beginnt ein kleines Abenteuer eben einfach mit einem Wohnwagen, zwei Hunden – und einem ziemlich vollen Campingladen.

