Jahresrückblick mit Jagdhund: Jagdschein, Brauchbarkeitsprüfung & neue Pläne

Der Jahreswechsel ist für mich kein lauter Neuanfang. Eher ein Moment des Innehaltens. Ein Punkt, an dem ich zurückschaue und frage: Was war eigentlich los dieses Jahr? Was hat Kraft gekostet, was hat mich wachsen lassen – und was darf im neuen Jahr kommen, ohne dass es sich nach Druck anfühlt?

Wenn ich auf das vergangene Jahr mit meinen Hunden blicke, dann war es vor allem eines: intensiv. Lehrreich. Und an manchen Stellen deutlich härter, als ich es mir vorgestellt hatte.

Der Jagdschein – bestanden, aber nicht geschenkt

Einer der größten Meilensteine dieses Jahres war der Jagdschein. Ich habe ihn bestanden. Und ganz ehrlich: Ich habe noch nie in meinem Leben so viel gelernt wie in dieser Zeit.

Die Vorbereitung war kein Spaziergang. Viel Stoff, hohe Anforderungen, wenig Spielraum. Lernen nach Feierabend, lernen am Wochenende, lernen dann, wenn der Kopf eigentlich schon voll war. Es gab Momente, in denen ich gezweifelt habe, ob ich mir nicht zu viel auf einmal zugemutet habe. Und trotzdem bin ich drangeblieben.

Nicht, weil es leicht war.

Sondern weil es mir wichtig war.

Der Jagdschein war für mich nie nur ein formaler Abschluss. Er steht für Verantwortung, Wissen und Respekt – gegenüber dem Wild, der Natur und auch den eigenen Hunden. Dass ich diesen Schritt geschafft habe, macht mich stolz. Gerade, weil ich weiß, wie viel Disziplin und Durchhaltevermögen es mich gekostet hat.

Praxis ist etwas anderes als Theorie

Trotz bestandenem Jagdschein blieb eines in diesem Jahr eher Wunsch als Realität: echte jagdliche Praxis. Jagdgelegenheiten lassen sich nicht planen, und Theorie ersetzt keine Erfahrung draußen. Das wurde mir auch im Hundetraining sehr deutlich vor Augen geführt.

Pans Brauchbarkeitsprüfung ist nicht an fehlendem Können gescheitert. Ganz im Gegenteil: Alle anderen Fächer hat er sauber und souverän gearbeitet. Was uns am Ende das Genick gebrochen hat, war ein einziges Fach – die lebende Ente.

Und genau das macht es rückblickend so schmerzhaft. Nicht, weil alles schlecht war, sondern weil so vieles gut war. Prüfungen sind Momentaufnahmen. Sie verzeihen keine Unsicherheit, keine fehlende Routine, keine Tagesform. Manchmal entscheidet ein einzelner Abschnitt über Bestehen oder Nichtbestehen – unabhängig davon, wie viel Arbeit, Entwicklung und Potenzial dahintersteckt.

Heute kann ich differenzierter darauf schauen. Pan kann arbeiten. Pan will arbeiten. Und wir wissen jetzt sehr genau, wo wir ansetzen müssen. Nicht mit Druck, sondern mit Klarheit, Ruhe und gezieltem Aufbau. Dass es ausgerechnet die lebende Ente war, zeigt mir rückblickend nicht, was grundsätzlich nicht funktioniert hat – sondern wo echte jagdliche Praxis noch fehlt.

Neue Verantwortung: meine Rolle als Dummyreferentin

Neben all den eigenen Themen gab es in diesem Jahr aber auch einen Schritt, der mir sehr viel bedeutet: meine neue Aufgabe als Dummyreferentin im Jagdspanielklub. Diese Rolle bringt Verantwortung mit sich, aber auch Austausch, Weiterentwicklung und die Möglichkeit, Wissen weiterzugeben.

Gerade im Dummytraining geht es für mich nicht um Perfektion oder schnelle Ergebnisse. Es geht um saubere Grundlagen, Verständnis und Fairness gegenüber dem Hund. Diese Aufgabe hat mir noch einmal sehr klar gezeigt, wie wichtig mir genau dieser Ansatz ist – und wie sehr er auch meine eigene Arbeit prägt.

Was dieses Jahr mich gelehrt hat

Wenn ich das Jahr zusammenfasse, dann bleiben vor allem drei Dinge:

Erstens: Lernen hört nie auf. Weder bei uns noch bei unseren Hunden.

Zweitens: Rückschläge gehören dazu – auch wenn sie sich im Moment brutal anfühlen.

Und drittens: Entwicklung verläuft selten geradlinig, aber fast immer sinnvoll.

Diese Erkenntnisse fließen inzwischen nicht nur in mein eigenes Training ein, sondern auch in die Arbeit mit anderen Mensch-Hund-Teams.

Ausblick: Was im neuen Jahr kommt

Das kommende Jahr fühlt sich ruhiger an – und gleichzeitig voller Vorfreude. Geplant sind neue Online-Kurse, unter anderem zu den Themen Rückruf und Leinenführigkeit. Beides Bereiche, in denen ich immer wieder erlebe, wie viel Unsicherheit und Frust entstehen können – und wie viel Entlastung möglich ist, wenn man strukturiert, verständlich und ohne Druck daran arbeitet.

Auch Pan bekommt eine neue Chance in der Brauchbarkeitsprüfung. Mit mehr Erfahrung, mehr Sicherheit und mit dem Wissen, dass nicht alles neu gemacht werden muss – sondern nur das Richtige. Und hoffentlich ergeben sich im neuen Jahr auch echte Jagdgelegenheiten, um das Gelernte weiter zu festigen.

Und dann ist da noch das, was sich nicht planen lässt und vielleicht auch nicht planen sollte: Zeit mit den Hunden. Draußen sein. Arbeiten. Spaß haben. Nicht alles messen, nicht alles bewerten.

Mehr Gelassenheit, mehr Vertrauen

Für das neue Jahr wünsche ich mir vor allem eines: mehr Gelassenheit. Im Training, im Alltag, im Umgang mit mir selbst. Ich möchte weitergeben, was ich selbst gelernt habe: Dass Führung nichts mit Härte zu tun hat. Dass Konsequenz Sicherheit geben kann. Und dass man nicht perfekt sein muss, um ein guter Mensch für seinen Hund zu sein.

Ich freue mich auf das, was kommt. Auf neue Wege, neue Erfahrungen – und auf viele kleine Momente mit meinen Hunden, die zeigen, dass sich Durchhalten lohnt.

Nach oben scrollen