Camping mit Hund: Was ich nach drei Wochen im Wohnwagen anders machen würde

Drei Wochen Schweden. Zwei Hunde, ein Wohnwagen und ziemlich viel Natur.

Vor unserem Urlaub hatte ich mir durchaus Gedanken darüber gemacht, wie das Camping mit Hund funktionieren würde. Schließlich ist ein Wohnwagen kein Haus, der Stellplatz kein eingezäunter Garten und auf einem Campingplatz leben ziemlich viele Menschen und Hunde auf relativ engem Raum zusammen.

Nach drei Wochen kann ich sagen: Über manche Dinge habe ich mir vorher viel zu viele Gedanken gemacht. Andere hatte ich dagegen überhaupt nicht auf dem Schirm. Und bei einigen Situationen dachte ich unterwegs mehr als einmal:

Das hätte ich vorher trainieren sollen.

Nicht, weil ein Hund erst eine Camping-Abschlussprüfung bestehen muss, bevor er mit in den Urlaub darf. Wir sind schließlich auch mit unseren Baustellen drei Wochen wunderbar durch Schweden gekommen.

Aber ein paar Fähigkeiten machen Camping mit Hund einfach deutlich entspannter.

Und ein paar andere Dinge haben überhaupt nichts mit Training zu tun.

Camping mit Hund beginnt schon bei der Buchung

Einer meiner wertvollsten Tipps hat tatsächlich überhaupt nichts mit Hundetraining zu tun:

Wenn du dir auf einem Campingplatz deine Parzelle aussuchen kannst, nutze diese Möglichkeit.

Und such sie nicht nur danach aus, wo du die schönste Aussicht hast oder besonders nah am Servicehäuschen stehst.

Schau dir den Campingplatz einmal aus Sicht deines Hundes an.

Liegt die Parzelle direkt am Hauptweg? Ist das Servicehäuschen nebenan, sodass den ganzen Tag Menschen vorbeilaufen? Wo befindet sich der Spielplatz? Wo laufen andere Camper mit ihren Hunden entlang? Ist der Stellplatz zu allen Seiten offen oder gibt es Büsche und Bäume, die ein bisschen Sichtschutz bieten?

Gerade bei einem Hund, der Bewegungsreize spannend findet, bei Hundebegegnungen Schwierigkeiten hat oder territoriales Verhalten zeigt, kann die Lage der Parzelle einen riesigen Unterschied machen.

Uns hat dabei Google Earth enorm geholfen. Auf den Buchungsplänen der Campingplätze konnte ich häufig nur bedingt erkennen, wie die einzelnen Stellplätze tatsächlich liegen. Aus der Vogelperspektive sieht man dagegen ziemlich gut, welche Parzellen beispielsweise durch Bäume oder Büsche etwas eingefasst sind und wo vermutlich besonders viel Durchgangsverkehr herrscht.

Natürlich ersetzt eine ruhige Parzelle kein Training.

Aber ich muss meinem Hund das Leben auch nicht unnötig schwer machen.

Jeder Reiz, mit dem mein Hund gar nicht erst umgehen muss, ist einer weniger, den ich im Urlaub managen muss.

Training und Management sind schließlich keine Gegensätze.

Was ich vor dem nächsten Campingurlaub mit Hund trainieren würde

Nach drei Wochen im Wohnwagen ist meine Liste ziemlich konkret geworden.

Einiges davon konnten unsere Hunde schon. Manches funktionierte so halb. Und bei anderen Dingen habe ich unterwegs erst gemerkt, wie praktisch sie eigentlich wären.

1. Die offene Wohnwagentür bedeutet nicht automatisch: Raus!

Das steht für mich inzwischen ziemlich weit oben auf der Liste.

Auf einem Campingplatz kann direkt vor dem Wohnwagen einiges passieren. Ein anderer Hund läuft vorbei, ein Kind fährt mit dem Fahrrad über den Weg oder auf einem naturnahen Platz taucht irgendwo ein Tier auf.

Deshalb möchte ich für unsere Hunde künftig eine ganz klare Regel:

Der Wohnwagen wird nur angeleint und nach Freigabe verlassen.

Eine offene Tür soll nicht automatisch bedeuten: Feuer frei.

Das ist für mich weniger eine Frage von Gehorsam als eine Sicherheitsregel. Und solche Regeln würde ich nicht erst am ersten Urlaubstag etablieren.

Das lässt sich wunderbar vorher üben – zunächst an einer normalen Tür und später direkt am Wohnwagen.

2. Der Outdoor-Teppich wird zur Grenze

Eine zweite Sache, die ich vor unserem nächsten Campingurlaub gezielt aufbauen möchte, ist eine räumliche Grenze.

Bei uns liegt vor dem Wohnwagen ein Outdoor-Teppich. Und meine Wunschvorstellung ist ziemlich simpel:

Auf dem Teppich darfst du dich bewegen. Die Kante wird aber nicht selbstständig überschritten.

Der Hund muss dafür nicht stundenlang auf einer Decke liegen oder permanent in einem „Bleib“ verharren. Innerhalb seines Bereichs darf er sich bewegen, den Liegeplatz wechseln, trinken oder die Gegend beobachten.

Nur an der Teppichkante ist eben Schluss.

Gerade beim Camping finde ich solche räumlichen Regeln unglaublich praktisch.

3. Nicht jeder Passant muss kommentiert werden

Das ist Skadis persönlicher Beitrag zu dieser Liste.

Sobald sie gemütlich in ihrem Körbchen vor dem Wohnwagen lag, entwickelte sie nämlich erstaunlich schnell ein gewisses Verantwortungsgefühl für unsere Parzelle.

Mensch läuft vorbei? Wuff.

Hund läuft vorbei? Wuff.

Irgendwo passiert etwas, das möglicherweise überprüft werden müsste? Sicherheitshalber ebenfalls wuff.

Aus richtig lautem Pöbeln ist inzwischen immerhin ein deutlich dezenteres Wuffen geworden. Das ist definitiv ein Fortschritt. Nach einiger Zeit nervt allerdings auch ein dezentes Wuffen ziemlich zuverlässig.

Vor unserem nächsten Campingurlaub würde ich deshalb noch gezielter daran arbeiten, dass vorbeilaufende Menschen und Hunde schlicht nicht ihre Angelegenheit sind.

Gleichzeitig sind wir damit wieder bei der Wahl der Parzelle: Wenn ich weiß, dass mein Hund damit Schwierigkeiten hat, muss ich nicht freiwillig den Stellplatz mit Dauerpublikumsverkehr buchen und anschließend drei Wochen Intensivtraining veranstalten.

4. Leinenführigkeit – auch wenn die Welt gerade wahnsinnig spannend ist

Leinenführigkeit ist bei uns ohnehin ein Thema.

Auf einem Campingplatz und im Urlaub bekommt sie allerdings noch einmal eine völlig andere Bedeutung.

Überall sind neue Gerüche. Menschen laufen herum. Hunde kommen entgegen. Irgendwo klappert etwas. Und spätestens beim Wandern stellt man fest, dass der romantische Urlaub mit frei laufendem Hund nicht unbedingt der Realität entspricht.

Wir waren drei Wochen in Schweden unterwegs und auch dort liefen unsere Hunde bei vielen Wanderungen überwiegend an der Leine. Mal aufgrund der Gegebenheiten vor Ort, mal wegen Wild und natürlich spielen je nach Region und Jahreszeit auch die jeweiligen Vorschriften eine Rolle.

Aus „ein bisschen an der Leine laufen“ werden dann schnell mehrere Kilometer.

Und wenn der Hund unter hoher Ablenkung permanent in der Leine hängt, wird das irgendwann für beide Seiten anstrengend.

Deshalb würde ich Leinenführigkeit nicht ausschließlich auf der bekannten Runde zuhause trainieren. Ein Hund, der auf einer langweiligen Straße wunderbar an lockerer Leine läuft, muss das nicht automatisch zwischen 300 neuen Gerüchen auf einem schwedischen Wanderweg können.

Aber: Urlaub ist kein Trainingslager

Das ist mir mindestens genauso wichtig.

Wenn die Leinenführigkeit im Urlaub nicht so funktioniert wie zuhause, muss ich aus einer schönen Wanderung keine zweistündige Trainingseinheit machen.

Dafür gibt es bei uns den Freizeitmodus.

Dann gelten andere Regeln. Der Hund darf vorlaufen, ausgiebiger schnüffeln und seine Umwelt erkunden. Natürlich bleiben bestimmte Grund- und Sicherheitsregeln bestehen, aber ich erwarte nicht dieselbe Leinenführigkeit wie im Training.

Denn ganz ehrlich: Ich möchte auch Urlaub haben.

Wenn ich drei Wochen lang bei jedem Spaziergang innerlich darauf lauere, ob die Leine gerade wieder fünf Zentimeter zu straff ist, mache ich mir selbst Stress – und meinem Hund gleich mit.

Eine Trainingsbaustelle läuft mir nicht weg.

Wenn ich im Urlaub merke, dass etwas noch nicht so funktioniert, wie ich es gerne hätte, nehme ich diese Erkenntnis mit nach Hause und trainiere dort weiter.

Manchmal ist gutes Hundetraining eben auch die Entscheidung, gerade nicht zu trainieren.

5. Pinkeln auf Kommando ist ziemlich genial

Das gehört vermutlich zu den unspektakulärsten Trainingszielen überhaupt.

Bis man es braucht.

Auf vielen Campingplätzen sollen Hunde sich nicht auf der eigenen Parzelle oder überhaupt auf dem Platz lösen. Also heißt es morgens, abends oder vor der Weiterfahrt: Leine dran und erst einmal mit dem Hund runter vom Campingplatz.

Dann ist es ausgesprochen praktisch, wenn der Hund weiß, was „Pipi machen“ bedeutet.

Natürlich ist ein Hund keine Maschine und manchmal muss er schlicht nicht. Aber ein aufgebautes Lösesignal kann den Campingalltag enorm erleichtern.

Gerade vor einer längeren Autofahrt oder abends vor dem Schlafengehen möchte ich nicht unbedingt noch zwanzig Minuten darauf warten, dass mein Hund irgendwann zufällig auf dieselbe Idee kommt wie ich.

6. Restaurantbesuche würde ich vorher üben

Das hatte ich vor unserem Urlaub tatsächlich unterschätzt.

Beim Camping ist man mit Hund zwar viel draußen, aber irgendwann möchte man vielleicht trotzdem in ein Restaurant oder Café.

Bei entsprechenden Temperaturen kann der Hund nicht einfach im Auto warten. Und auch der Wohnwagen ist je nach Wetter keine geeignete Alternative.

Dann ist es Gold wert, wenn der Hund Restaurants bereits kennt.

Unter dem Tisch liegen. Menschen vorbeigehen lassen. Essensgerüche aushalten. Nicht jede Bedienung persönlich begrüßen. Einfach einmal eine Stunde nichts tun.

Das möchte ich vor unserem nächsten Urlaub ganz bewusst häufiger in unseren Alltag integrieren.

Nicht, weil meine Hunde überall mit hin müssen.

Sondern weil wir dadurch die Wahl haben.

7. Gleiches gilt für Stadtspaziergänge

Campingurlaub bedeutet nicht automatisch drei Wochen menschenleerer Wald.

Wir wollten uns Orte anschauen, einkaufen oder einfach irgendwo entlanglaufen. Auch dort ist es angenehm, wenn Straßenverkehr, Menschen, engere Wege und andere Hunde für den eigenen Hund nichts völlig Neues sind.

Das heißt nicht, dass ich jetzt regelmäßig zum Training durch überfüllte Innenstädte laufen werde.

Aber ein bisschen Alltagserfahrung außerhalb der eigenen Komfortzone macht Reisen mit Hund wesentlich entspannter.

8. Ruhe ist vielleicht eine der wichtigsten Campingkompetenzen

Das war für mich eine der größten Erkenntnisse unserer Reise.

Unsere Hunde hätten draußen vor dem Wohnwagen teilweise vermutlich überhaupt nicht geschlafen.

Warum auch?

Da läuft jemand.

Dort kommt ein Hund.

Irgendwo raschelt etwas.

Der Nachbar steht auf.

Ein Vogel fliegt vorbei.

Da hinten wird gekocht.

Gerade für Hunde, die ihre Umwelt sehr aufmerksam beobachten, kann ein Campingplatz ein ziemliches Dauerprogramm sein.

Deshalb haben wir ganz bewusst Pausen geschaffen.

Hunde rein. Tür zu. Welt aus.

Und plötzlich wurde geschlafen.

Ich finde das wichtig, weil wir bei Entspannung häufig sofort ans Training denken. Manchmal muss mein Hund aber gar nicht lernen, mitten im größten Trubel tief und fest zu schlafen.

Manchmal kann ich einfach den Trubel ausschalten.

BARF im Campingurlaub: Ein Plan B macht das Leben leichter

Unsere Hunde werden normalerweise gebarft.

Und auch hier habe ich etwas für zukünftige Reisen mitgenommen: Gewöhne deinen Hund vorher an eine Alternative.

Nicht überall bekommt man problemlos geeignetes Fleisch. Dazu kommen die begrenzten Kühl- und Gefriermöglichkeiten im Wohnwagen. Gerade auf längeren Reisen oder wenn man häufiger den Standort wechselt, kann BARF dadurch ziemlich unpraktisch werden.

Ein gut verträgliches Trockenfutter als Plan B kann einem unterwegs einiges erleichtern.

Wichtig finde ich allerdings: Probiert das nicht erst im Urlaub aus.

Neue Umgebung, lange Autofahrten und jede Menge neuer Eindrücke sind schon genug Veränderung. Da brauche ich nicht zusätzlich einen Hund mit Durchfall, weil ich irgendwo spontan ein Trockenfutter gekauft habe, das er noch nie bekommen hat.

Deshalb würde ich ein geeignetes Futter bereits zuhause auswählen, die Verträglichkeit testen und den Hund daran gewöhnen.

Was sich in unserer Campingausrüstung für die Hunde bewährt hat

Ich könnte jetzt natürlich eine gigantische Packliste schreiben. Tatsächlich waren es aber einige relativ unspektakuläre Dinge, bei denen ich unterwegs dachte:

Gut, dass wir das dabeihaben.

Eine vernünftige Befestigungsmöglichkeit

Ein Haken beziehungsweise Erdanker für die Hunde ist am Stellplatz enorm praktisch.

Manchmal tut es auch die Anhängerkupplung.

Wichtig ist vor allem, dass die Hunde draußen vernünftig gesichert werden können, ohne dass permanent jemand die Leine festhalten muss. Natürlich sollte die Befestigung stabil sein und ein angebundener Hund nicht unbeaufsichtigt zurückbleiben.

Bademäntel. Ernsthaft.

Gerade mit Hunden, die gerne nass und dreckig werden, sind Bademäntel im Wohnwagen Gold wert.

Zuhause kann ein nasser Hund irgendwo in Ruhe trocknen.

Im Wohnwagen befindet sich plötzlich erstaunlich viel nasser Hund auf erstaunlich wenig Quadratmetern.

Wenn das Wetter draußen kein Trocknen zulässt und der Hund mit hinein muss, möchte ich auf unsere Bademäntel definitiv nicht verzichten.

Mehr als ein Geschirr

Geschirr Nummer eins ist nass, dreckig oder geht kaputt?

Dann ist man ziemlich froh über Geschirr Nummer zwei.

Gerade auf längeren Reisen würde ich deshalb immer mindestens ein Ersatzgeschirr mitnehmen.

Faltbare Wassernäpfe

Sie wiegen kaum etwas, brauchen wenig Platz und können beim Wandern einfach in den Rucksack.

Für mich eine der unkompliziertesten und sinnvollsten Anschaffungen fürs Reisen mit Hund.

Zeckenzange und Insektenschutz

Wer viel draußen unterwegs ist, sollte an Zecken- und je nach Reiseziel auch Mückenschutz denken.

Eine Zeckenzange gehört für mich ebenfalls ins Gepäck.

Eine vernünftige Hunde-Reiseapotheke

Was genau hineingehört, hängt natürlich vom Hund und vom Reiseziel ab. Vor einer längeren Reise kann es sinnvoll sein, die Reiseapotheke einmal mit dem Tierarzt durchzugehen.

Falls Medikamente oder Schmerzmittel für den eigenen Hund sinnvoll sein könnten, gehören für mich nur Präparate ins Gepäck, die mit dem Tierarzt abgesprochen beziehungsweise für den Hund verordnet wurden.

Maulkorb

Wir haben unsere Maulkörbe in drei Wochen nicht gebraucht.

Ich würde sie trotzdem wieder einpacken.

Sie brauchen kaum Platz und können je nach Situation, örtlichen Vorschriften oder bei einem unerwarteten Tierarztbesuch plötzlich sinnvoll oder notwendig sein.

Worüber ich mir vorher viel zu viele Gedanken gemacht habe

Neben meiner Liste mit Dingen, die ich künftig anders machen möchte, gab es nämlich auch die andere Seite.

Dinge, vor denen ich vorher Respekt hatte – und die am Ende erstaunlich unspektakulär waren.

„Bloß nicht bellen. Wir blamieren uns!“

Ich weiß nicht genau, warum, aber ich hatte vor unserem ersten längeren Campingurlaub die Vorstellung, unsere Hunde müssten sich auf dem Campingplatz möglichst unsichtbar verhalten.

Bloß nicht bellen.

Bloß niemanden stören.

Am besten bemerkt niemand, dass da überhaupt zwei Hunde wohnen.

Tja.

Dann steht man auf einem Campingplatz und stellt fest:

Hunde bellen manchmal.

Auch die der anderen Leute.

Natürlich möchte niemand drei Wochen neben einem Hund verbringen, der stundenlang den Campingplatz zusammenschreit. Aber wenn der eigene Hund einmal bellt, weil irgendwo etwas passiert?

Dann bellt er eben.

Meistens interessiert das erstaunlich wenig. Und vermutlich bellt zehn Minuten später auf der nächsten Parzelle ohnehin der nächste Hund.

Diese Gelassenheit hätte ich gerne schon vor dem Urlaub gehabt.

Hundebegegnungen waren viel entspannter als erwartet

Auch davor hatte ich Respekt.

Zum Lösen mussten wir häufig erst einmal über den Campingplatz laufen. Und natürlich lagen vor anderen Wohnwagen ebenfalls Hunde.

Anfangs dachte ich bei manchen Wegen noch: Super. Da müssen wir jetzt direkt vorbei.

Und dann passierte meistens – nichts.

Die meisten Hunde lagen einfach da. Unsere gingen vorbei. Niemand suchte Streit.

Vielleicht waren Pan und Skadi von den ganzen neuen Eindrücken ohnehin so beschäftigt, dass vorbeilaufende Hunde auf ihrer Prioritätenliste plötzlich ziemlich weit unten standen. Vielleicht waren die Situationen aber auch schlicht weniger schwierig, als ich sie mir vorher ausgemalt hatte.

Jedenfalls waren Hundebegegnungen auf den Campingplätzen für uns wesentlich unspektakulärer als erwartet.

Alleine bleiben im Wohnwagen funktionierte erstaunlich gut

Auch das war eine positive Überraschung.

Unsere Hunde sind von Anfang an problemlos im Wohnwagen alleine geblieben.

Das heißt ausdrücklich nicht, dass das bei jedem Hund funktioniert.

Ein Hund, der zuhause Schwierigkeiten mit dem Alleinbleiben hat, wird nicht automatisch entspannt zurückbleiben, nur weil das Wohnzimmer jetzt Räder hat.

Ich würde das deshalb nicht erstmals im Urlaub ausprobieren.

Bei unseren beiden hat die Übertragung auf den Wohnwagen aber erstaunlich problemlos funktioniert – und darüber war ich ziemlich froh.

Mein Fazit nach drei Wochen Camping mit Hund

Camping mit Hund hat mir vor allem eines gezeigt:

Mein Hund muss im Urlaub nicht perfekt funktionieren.

Und er muss schon gar nicht möglichst unsichtbar sein.

Er darf einmal bellen. Er darf von einer neuen Umgebung beeindruckt sein. Er darf Dinge schwieriger finden als zuhause. Und ich muss nicht jede Trainingsbaustelle, die mir unterwegs auffällt, sofort bearbeiten.

Ein paar gut vorbereitete Alltagskompetenzen machen einen Campingurlaub mit Hund allerdings deutlich entspannter.

Eine offene Tür nicht ungefragt passieren. Grenzen akzeptieren. An der Leine laufen können. Sich auf Signal lösen. Andere Menschen und Hunde nicht grundsätzlich für die eigene Angelegenheit halten. Im Restaurant warten können. Und irgendwann auch einfach abschalten.

Mindestens genauso wichtig ist für mich aber die andere Seite.

Ich kann einen passenden Stellplatz auswählen. Reize reduzieren. Meinen Hund sichern. Den Freizeitmodus einschalten. Eine Pause machen. Oder ihn einfach in den Wohnwagen bringen und die Tür schließen, wenn draußen gerade zu viel Welt stattfindet.

Gute Vorbereitung bedeutet für mich deshalb nicht, einen perfekten Campinghund zu erschaffen.

Sie bedeutet, meinem Hund die Fähigkeiten mitzugeben, die unseren gemeinsamen Urlaub leichter und sicherer machen – und gleichzeitig zu wissen, wann Training überhaupt nicht die beste Lösung ist.

Denn manchmal ist die beste Trainingseinheit im Urlaub ganz einfach:

Keine.

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