Alltag

Von 0 auf 100 in ein neues, ungewolltes Leben warum hier so lange keine Blog Artikel erschienen sind

Es ist jetzt schon etwas länger her, seit der letzte Blog Artikel erschienen ist. Dabei sollte doch mindestens einmal, wenn nicht sogar zwei mal, in der Woche ein Artikel online gehen. Aber alle guten Vorsätze sind nutzlos, wenn das Leben einem den Boden unter den Füßen weg reißt.

Anfang/Mitte März ist mein Mann plötzlich und unerwartet verstorben. Und jetzt, fast 9 Wochen später, fühlt es sich immer noch so unwirklich und alles andere als real an. Von 0 auf 100 in ein neues Leben. Ein Leben, welches ich gar nicht will. Ein Leben, in dem ich ohne die Liebe meines Lebens klar kommen muss. Ein Leben, welches in einer Zeitschleife gefangen ist und wo man alle Phasen der Trauer immer und immer wieder durchlebt. Meistens dann, wenn man ein paar Tage “normalen” Alltag, in denen man nur funktioniert, hinter sich hat. Hinzu kommt ein Berg voller Papiere. So viele Behörden, Banken, Versicherungen etc. wollen irgendwelche Anträge oder Formulare haben. Außerdem musste ja auch die Beerdigung geplant werden. Am Anfang war ich dankbar über den Papierkram. Er hat einen gut von der Realität abgelenkt und keine Zeit zum richtigen Trauern gelassen.

Das gröbste ist nun abgearbeitet. Jetzt muss ich nur noch warten. Warten, das Banken in die Hufe kommen, das Versicherungen sich melden und dass der letzte Rest formell umgeschrieben wird.

Und als wenn das vom Schicksal nicht schon mies genug ist, musste Skadi am Donnerstag operiert werden. Sie war die letzten Wochen gereizter als sonst und hat häufiger gepinkelt. Ich dachte, es sei eine einfache Blasenentzündung. Leider war es das nicht. Aber dazu schreibe ich noch einmal einen gesonderten Blog Artikel.

In der ganzen Zeit habe ich aber auch Hilfe von vielen Menschen auf ganz vielfältige Art und Weise erhalten. Allen voran meine Familie, die ihr eigenes Leben für einige Zeit still stehen lassen hat um mich zu unterstützen.

Aus meinen eigenen Erfahrungen heraus kann ich nur jedem raten möglichst früh ein Testament zu machen. Mir hat es den Hintern gerettet, denn nur weil man Ehefrau ist, erbt man nicht automatisch alles alleine. Erst recht nicht, wenn die Ehe kinderlos ist. Für so etwas reicht ja auch ganz unkompliziert ein eigenes handschriftliches Berliner Testament. Eine Sterbekasse ist auch ganz sinnvoll. Die Kosten der Beerdigung haben mich nämlich fast erschlagen. Und man sollte mit seinem Partner sehr früh über Sachen wie “wo will ich beerdigt werden”, “wie will ich beerdigt werden”, “wie soll die Trauerfeier aussehen” sprechen – und am besten schriftlich in der Nähe des Testaments festhalten.

Am Montag möchte ich wieder anfangen zu arbeiten und mein “neues” Leben beginnen. Nützt ja nichts, ich kann es nicht ändern. Ich muss mein Leben nun alleine mit Inuki, Skadi, Eve und den Katzen bestreiten – ob ich will oder nicht.

Hi, ich bin Dani, Bloggerin und Autorin bei Kleinstadthunde. Ich liebe leckeres Essen, tolle Schokolade, spannende Serien und jegliche Art von Abenteuer. Du kannst mich auch auf Facebook und Instagram finden.

4 Kommentare

  • Ayka

    Ein Dani,
    wir sind schwer betroffen von deinem Bericht. Ein so schwerer Schiksalschlag hat dich ereilt, wir fühlen mit dir und wünschen dir von Herzen ganz, ganz viel Kraft. Die Tiere die dich umgeben, helfen dir sicher und dein Schiksal etwas erträglicher zu machen . Der Satz, den du unter unseren letzen Blogeintrag gesetzt hast “Ich glaub ich muss auch mal wieder losziehen” bekommt in diesem Kontext eine ganz andere und ungemein tiefe Bedeutung.
    Wir wünschen Dir und deinen Tieren von Herzen viel Kraft und Zuverisicht
    Es grüssen Erika mit Ayka mit ganz lieben Gedanken

  • sandra

    Hallo Dani,
    ich war bei Insta ja schon über deine kurze Notiz gestolpert und weiß immer nicht was man wie darauf sagen soll. Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Stärke deinen Weg zu finden. Darauf bereitet einen keiner vor und ich bin froh, dass du Familie hast, die dich unterstützt und auffängt.
    Deine Skadi wird sich bestimmt auch schnell erholen und dein Dreigespann wird dich weiter aufmuntern.
    Aaron und ich drücken euch und senden liebe Grüße und Kraft
    Sandra mit Aaron

  • Isabella

    Liebe Dani,

    es fällt mir nicht leicht, die richtigen Worte zu finden – und ich frage mich, ob es die überhaupt geben kann. Ich kann nur ahnen, wie schwierig die Zeit für Dich gewesen sein muss und es ist gut zu lesen, dass Du viele hilfsbereite Menschen an Deiner Seite hattest.
    Ich bin sicher, gerade auch die Hunde und Katzen werden Dir bei dem Start in das Neue helfen und einen Anker für Dich bilden .

    Ich sende Dir liebe Gedanken und herzliche Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

  • Becki

    Mein herzliches Beileid und viel Kraft für deinen Neustart. Es ist immer schön wenn man nicht allein gelassen wird in einer so schweren Zeit. Die richtigen Worte gibt es dafür vermutlich sowieso nicht. Aber ich glaube Tiere sind da ein guter Halt.

    Ich kann dir bei den anderen Dingen nur Recht geben. Auch wenn ich hoffe es nicht zu brauchen. Bei uns ist das alles geregelt in einer Notfallmappe. Ich muss ja immer damit rechnen das uns auch was passieren kann, wenn Kind und Hund nicht bei uns sind. Es kann sich einfach alles in einer Sekunde ändern und dann steht die Welt still.
    Ich möchte meinen Hinterbliebenen es einfach leicht machen mit dem was wir hinterlassen und was zu erledigen ist.

    liebe Grüße
    Becki

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