Eve | Working Cocker Spaniel in Deutschland | kleinstadthunde.de
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Und Tschüss! Nach der 2ten Stunde wurde Eve ausgeschult Wasser predigen und Wein trinken? Nicht mit uns!

Ich hatte ja schon zum Ende des Jahres angeteasert, dass Eve eine Welpenschule besuchen sollte und ich mir auf Grund von Corona Gedanken gemacht habe, ob und wie das klappen könnte. Nun, so viel verrate ich schon, an Corona lag es nicht das Eve ausgeschult wurde 😀

Trotz Corona fand die Welpenstunde bei uns im Dorf statt. Und wir waren auch ganze 2x da. Einmal den Samstag vor Weihnachten und den ersten Samstag in 2021.

Kurz vorweg: Ich wollte ja eigentlich nur, dass sie mit anderen Hunden in Kontakt kommt. Eve findet andere Hunde nämlich unheimlich und fängt an zu schreien, wenn andere Hunde Kontakt aufnehmen wollen. So lange Fremdhunde und nicht direkt auf sie zu gehen und mindestens einige Zentimeter Abstand halten ist alles in Ordnung (Wir können ohne Probleme an anderen Hunden vorbei gehen ohne das Eve von sich auch hin zieht, hat auch was, oder?!).

Erste Stunde und positiv überrascht

Die erste Stunde von Eves Welpenschule fand ich noch ganz in Ordnung. Eve fand zwar die anderen Hunde dort auch zum schreien aber nun ja. Der Trainer hat uns dann wieder raus geschickt (Es waren 3 Welpengruppen, eine für Klein(st)hunde, eine für kräftigere Welpen, und eine für ältere und kräftigere Welpen) und sind dann am Zaun entlang gelaufen bis sie sich beruhigt hatte. Zeitgleich kam mit uns noch ein Labradoodle in die Gruppe, auch der hatte mega Angst. Der hat zwar nicht geschrieben, sich aber verkrochen und wollte gar nichts mehr. Mit dem haben wir dann quasi eine Stunde zu zweit gehabt. Toll, dass der Trainer so flexibel war und die anderen Welpen dann Verkehrstraining hatten. Ich bin ja froh, dass Eve sich in solchen Stress Situationen an mir orientiert. So konnten wir mit ausreichend Abstand zum Doodle ein bisschen miteinander spielen. Als der Doodle dann ruhiger wurde, hat der Trainer die Grundlagen erklärt. Geübt haben wir

  • Hand Touch (er nannte es zwar anders aber im Prinzip war es das) und wie man es beim Leinenführigskeitstraining verwenden kann
  • Ein bisschen Medical Training (Ohren, Zähne/Maul und Gliedmaßen angucken)
  • Wie trage ich den Hund richtig
  • Wann und wie belohnt man richtiges Verhalten am Beispiel Sitz/Platz
  • Wie baue ich den Abruf auf
  • und weil der Doodle ein Bogen bei uns gelaufen ist hat er erklärt warum Hunde bögen laufen und wieso man das zulassen sollte
  • und zum Schluss hätten Eve und der Doodle noch mal spielen dürfen, Eve hats auch versuchts, aber der Doodle wollte nicht.

Fazit der ersten Stunde: Obwohl der Hundeschul-Mensch älteres Semester ist, hat er wirklich tolle Ansätze. Sicherlich habe ich zu dem ein oder anderen Thema eine andere Herangehensweise, aber das ist nicht schlimm. Ich fand es wirklich toll, das er so auf uns eingegangen ist und auch vieles (vor allem der Doodle Halterin) erklärt hat, wie z. B. das mit dem Bögen laufen. Schwer begeistert war ich auch von Eve (nach der Scream Attack) das sie doch so auf mich fixiert gewesen ist und eigentlich alles geklappt hat, besonders unser Abruf obwohl sie grad mit der Doodle Haltern beschäftigt war.

Und Tschüss – die zweite Stunde

Die zweite Stunde fand ich im Gegensatz zur ersten Stunde ganz schrecklich. Während beim ersten Mal Eve Zeit gegeben wurde, sich an die anderen Hunde zu gewöhnen, sollte sie dieses mal da durch. Ich sollte, wenn sie schreit, von ihr weg gehen und sie ignorieren.

Hallo? Eve hatte Panik, als sie mich nicht gleich finden konnte, ist sie kreuz und quer gerannt auf der Suche nach mir. Ich habe sie natürlich gerufen und Schutz angeboten. Da hat man mir erklären wollen, dass das genau falsch ist. Bitte? Eve hat nun gelernt “Wenn ich ein Problem habe, kann ich zu Frauchen kommen, die regelt das für mich und ich bin safe!”. Was hätte Eve gelernt, wenn ich sie ignoriert und sich selbst überlassen hätte? Genau! “Frauchen kann mir in schwierigen Situationen nicht helfen, dass muss ich alleine Regeln, zur Not muss ich meine Zähne einsetzen und schon von weitem klar machen, dass mit mir nicht gut Kirschen essen ist!” Ich glaube, niemand will letzteres Szenario! Und trotzdem haben mich die anderen Hundehalte angesehen als ob ICH keine Ahnung hätte … Ich habe halt gesagt, das ich dazu eine andere Meinung habe und das nicht machen werde und mein Ding durchgezogen. Tjoa. Auf der Website steht zwar, auf jedem Hund wird individuell eingegangen und man arbeitet mit positiver Verstärkung, natürlich regelmäßige Fortbildungen besucht und so. Aber Anscheinend ist das auch nur Marketing und heiße Luft gewesen.

Grundsätzlich war das aber nicht ausschlaggebend dafür, dass ich da nicht mehr hin gehe. Ich hätte es ja einfach anders machen können und gut ist.

Eve | Working Cocker Spaniel in Deutschland | kleinstadthunde.de

Der Ablauf der Stunde war ebenso grottig und ich habe mich gefragt, warum das beim ersten mal so toll gewesen ist und jetzt so … ja, scheiße eben. Mit einem 12 Wochen alten Welpen braucht man keine halbe Stunde lang Leinenführigkeit, Sitz+Bleib, Bindung (er nannte es Bindung herstellen, alle anderen würden es wohl Aufmerksamkeits- oder Umorientierungssignal nennen …) trainieren. Erst recht nicht, wenn der Wind typisch norddeutsch und eisig ist, die meisten Welpen noch nackte Bäuche haben und sich ja während dieser Übungen kaum bewegen … Welpen sollten in dem Alter spielen, mit anderen Hunden und ihrem Menschen, verschiedene Dinge und Untergründe kennenlernen, Wackelbretter, Bällebad, spielerischer Rückruf, an “komische” Menschen (in Rollstühlen, an Krücken, merkwürdige Bewegungen, Fahrräder, Kinder usw.) aber doch das o.g. nicht. Und wenn, dann keine halbe Stunde am Stück.

Bevor ich den Mumpitz selber abgebrochen hatte, durften die Welpen noch mal spielen. Also 5 Minuten. In den 5 Minuten ist Eve dann selber in Spiellaune gekommen (während ich in der Hocke war, sie sich zwischen meine Beine gesetzt hatte und ich sie geschützt habe. Eve konnte sich so alles in Ruhe angucken). Aber dann war die Stunde auch schon zu Ende. 10 Minuten vor Schluss. Egal.

Ich werde mir nun privat Hunde organisieren. Nette Hunde mit netten Haltern. Ich glaube, da haben wir mehr von und kostet weniger. Leinenführigkeit und dergleichen bekomme ich auch alleine hin. Eve ist der 5. Hund den ich ausbilde und durch meine eigenen Fortbildungen im Bereich Hunde und deren Haltung (und das wissen auch tatsächlich daraus angewandt wird und nicht nur Marketing ist) denke ich, bekomme ich Eve (wie auch alle andere Hunde) gut alleine groß.

Hattet ihr schon mal solche Erlebnisse wo Anfangs alles gut war uns sich dann als totaler Bockmist herausgestellt hat? Total frustrierend oder?!

Hi, ich bin Dani, Bloggerin und Autorin bei Kleinstadthunde. Ich liebe leckeres Essen, tolle Schokolade, spannende Serien und jegliche Art von Abenteuer. Du kannst mich auch auf Facebook und Instagram finden.

4 Kommentare

  • Ayka

    Liebe Dani,
    da kann ich dir fast die gleiche Geschichte erzählen, mein Frauchen hat auch bereits nach 2 Std. die Übung abgebrochen, war fast wie bei euch .
    Kopf hoch, fast alles kann man/frau mit einiger kreativität auch machen/finden. Ich habe sogar Kumpels zum Spielen und Herumtollen gefunden und unser Garten/Wohnung wurde einfach als Welpentauglicher Spielplatz umorganisiert. Zudem hat Frauchen ganz viel gescheite Bücher gelesen, abe konsequent nur das übernommen was ihr auch Sinn machte. Und ich glaube – ich bin ganz gut duch meine Welpen und Junghundezeit gekommen.
    Mit ganz labrdorigen Grüssen von Ayka

  • Isabella

    Liebe Dani,

    ich kann Dich gut verstehen – und bei uns wäre es wohl auchnicht anders gewesen. Uns haben allerdings schlechte Erfahrungen schon vor vielen Jahren so stark geprägt, dass wir es in den letzten Jahren nicht mal mehr in einer Hundegruppe oder Hundeschule probiert haben.
    Mit Dingo wollten wir das gerne machen – aber 1991 sah Hundeverein ja noch ganz anders aus und als es hieß, man müsse den Hund brechen, da war uns klar, so wird das nichts. Wir haben es dann 1998 mit Lady wieder probiert. Da erklärte man uns, ein so großer Mischlingswelpe müsste schon von klein auf an einen “Stachler” gewöhnt werden, sonst würde man ihn nie kontrollieren. Dann haben wir es 2006 mit Damon in einer allseits beliebten Hundeschule probiert – in der Welpengruppe. Dort waren aber einfach nur 15 Welpen und Junghunde unterschiedlichster Größe und Alters auf einem eingezäunten Stück Wiese zum Toben eingesperrt – ohne das Mobbing, Angst oder irgenendetwas auch nur beachtet worden wäre. Wir haben dann beschlossen, drei Versuche sind genug 🙂

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

  • sandra

    Hallo Dani,
    echt schade, dass die zweite Stunde nach dem guten Start so ein Reinfall war. Da wäre ich auch nicht geblieben.
    Anscheinend hatte ich Glück mit meiner Hundeschule.
    Denn wir sind da 5 Jahre hängen geblieben. 🙂 Die Welpenkurse wurden immer spontan je nach Wetterlage geplant. Wenn der Platz zu nass war, wurde evtl. auch an einen ruhigen Ort mit Windschutz (z.B. ein abgelegener begrünter Parkplatz gewechselt. (mobiler Zaun im Gepäck).
    Es wurde einzeln auf die Welpen geachtet, wenn einige Welpen eher durch waren (müde / Kalt) wurde auch gesagt, macht mal Schluss für heute.
    Trainiert wurde wirklich nur auf Spaß ein wenig Sitz, Anfassen und Angucken (wie beim Tierarzt). Dazwischen waren immer zwei erwachsene zuverlässige Hunde (Aaron gehörte eine Weile auch dazu). Da wurde viel auf die kleinen geschaut und geguckt, wer welche Ängste oder gar schon Marotten aller ich verteidige alles hat.
    Aaron freut sich immer noch wenn wir in der Nähe der Hundeschule sind oder auch die Trainer irgendwo mal treffen.
    Wenn ich die Schule nicht hätte, würde ich vermutlich auch eher den privaten Weg gehen und meinen Hund mit privaten Treffen und dem eigenen Wissen aufziehen. Ich habe hier im Umkreis auch von genug schwarzen Schafen gehört. Da hat man Storys mit bekommen, wo einem echt die Ohren schlackern.
    liebe Grüße Sandra mit Aaron

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