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Ein Welpe aus dem Tierschutz oder vom Züchter? Wo wir unseren Welpen gekauft haben und warum Und warum Züchter nicht gleich Züchter und Tierschutz nicht gleich Tierschutz ist

Das bald bei uns ein Welpe einzieht, habe ich ja lange für mich behalten. Also, dass da ein passender Kandidat geboren wurde. Bis vor 2 Wochen konnte ich es selbst kaum glauben und ständig hatte ich das Gefühl, es könnte noch was schreckliches passieren, das wir eben doch keinen kleinen Welpen bekommen. Jetzt steht der Abholtermin kurz bevor und die Unsicherheiten haben sich in Luft aufgelöst und auch der letzte kleine Zweifel ist der Vorfreude gewichen.

Das alles habe ich hier auf dem Blog schon mit euch geteilt und auch auf Instagram habe das große Ereignis angeteasert. Viele, ja also fast alle meiner Follower und Blogleser freuen sich für mich bzw. uns. Vielen lieben Dank dafür. Aber es gab auch die ein oder andere böse Nachricht. Nachrichten, mit denen ich so gar nicht gerechnet hatte und die mich irgendwie kalt erwischt haben. Und zwar, warum ich geldgeile Züchter unterstütze und nicht gefälligst einen Hund aus dem Tierheim adoptiere. Ich sei ja ein ganz schlechtes Vorbild … .

Ich gebe zu, bis ich auf die Nachrichten antworten konnte bzw. überhaupt antworten wollte, vergingen ein paar Tage. Ich war voller Vorfreude, voller Endorphine und Enthusiasmus und dann kommt da sowas. Im ersten Moment ein echter Dämpfer. Ich habe noch nie hate ab bekommen oder gar verteilt und wusste auch gar nicht, wie ich darauf reagieren sollte. Um es kurz zu machen, für hate habe ich keine Zeit und auch keine Lust. Die betreffenden User habe ich blockiert. Und das ohne eine Rückantwort. Aber dennoch möchte ich kurz erklären, warum es für uns ein Hund vom Züchter wird und keiner aus dem Tierschutz.

Eins Vorweg: alle Hunde haben ein tolles Zuhause verdient, auch die aus dem In- oder Auslandstierschutz.

Am liebsten hätte ich den Personen ja geantwortet, das ich Fleisch esse und ich mich deshalb nicht für den Tierschutz einsetze. Denn alles andere wäre Heuchelei. Immerhin ist es das, was man liest, wenn man sich über Missstände in diversen Bereichen (Pelz, Schlachtung, Haltungsbedingungen, Reitsport usw.) öffentlich in sozialen Medien aufregt und seine Meinung dazu ab gibt. Dieses typische, neumodische Whataboutism. Aber ich wollte ja keine Diskussion starten, also habe ich die Finger still gehalten.

 

 

Also, warum ein Hund vom Züchter? Ganz einfach. Diese Rasse gibt es nicht in deutschen Tierheimen, schon gar nicht als Welpe. Außerdem habe ich ja schon 2 Hunde zu dem der Dritte einfach passen muss und im Idealfall in unser Familienleben hinein wächst. Des Weiteren habe ich feste Vorstellungen, was der Hund später mal mit mir zusammen leisten soll. Dafür ist ein unbeschriebenes Blatt einfach besser geeignet. Und ja, da bin ich egoistisch. Ich habe bereits ein Ü-Ei aus dem Auslandstierschutz das fremde Menschen blöd findet und Kinder am liebsten schreddern würde. Sowas tue ich mir nicht noch mal an, auch wenn ich viel durch Skadi gelernt habe.

Ich habe mir meine Züchter sorgfältig ausgesucht. Ich habe sie über 5 Jahre mehrere Male besucht. Ich bekomme vom aktuellen Wurf und “meinem” Welpen mehrmals täglich Fotos und Videos. Sie sozialisieren ihre Welpen sehr sorgfältig und bereiten sie nach besten Wissen und Gewissen auf ihr Leben vor. Die Elterntiere wurden noch sorgfältiger ausgewählt, der Vater ist ein Field Trial Champion. Und natürlich haben beide Elternteile eine einwandfreie Gesundheit. Ich denke, ich kann mir sehr sehr sehr sicher sein, das ich nicht der Welpenmafia, Hundehändlern oder irgendwelchen Vermehrern aufgesessen bin.

Und noch was: seriöse Züchter sorgen ganz bestimmt nicht dafür, dass die Tierheime voll sind. Dass schaffen die, dich sich ihren Hund aus dem Auslandstierschutz liefern lassen und fest stellen “Mensch, der Hund ist scheiße, größer auf dem Bild und nicht wie beschrieben!” oder diejenigen, die die “private kleine Hobby-Kinderzimmerzucht” vorziehen und plötzlich den Welpe nach 2 Wochen “aus privaten Gründen” abgeben, schon ganz alleine. Meine Züchterin, und da gebe ich Brief uns Siegel drauf, nimmt mit Sicherheit jeden ihrer Welpen wieder zurück wenn irgendetwas im Argen ist und steht den Welpenkäufern mit Rat und Tat zur Seite – auch noch Jahre nach dem Kauf!

 

Bei dem Betreiber der Welpenklappe in Aurich, einem Tierarzt (wo Ghandi her kam) war das übrigens nicht der Fall. Dort durfte ich mir noch nicht mal alle Welpen oder die Zwingeranlage ansehen. *Infektionsschutz* Ja ne, is klar. Bei 16 Wochen alten Welpen. Ghandi ist nicht richtig sozialisiert worden und hatte dementsprechend seine Päckchen zu tragen. So wie alle Hunde aus dem Tierschutz in meiner Familie.

Um es kurz zu fassen: Es gibt 2 Gründe warum der Welpe vom Züchter kommt. 1. Ich habe bestimmte Vorstellungen bzgl. meines Dritthundes. Sicherlich weiß niemand wie sich der Welpe entwickeln wird aber die Pfeiler wurden vom Züchter perfekt gesetzt. 2. Habe ich meine Erfahrungen mit Hunde aus dem Tierschutz gemacht. Und so lange ich einen Hund habe, der Päckchen hat, hole ich mir nicht noch einen dazu! Sicherlich haben nicht alle Hunde aus dem Tierschutz Baustellen, aber die Wahrscheinlichkeit einen solchen Hund zu bekommen ist dort viel höher als beim seriösen Züchter. 

Ich finde, egal ob seriöser Züchter oder seriöser Tierschutz, jeder muss für sich entscheiden was er möchte. Da gibt es kein richtig und falsch. Und keiner sollte sich bzgl. der Entscheidung eines anderen Menschen (den man noch nicht mal persönlich kennt) anmaßen, ihn so dermaßen anzufahren und zu beurteilen, oder?!

Hi, ich bin Dani, Bloggerin und Autorin bei Kleinstadthunde. Ich liebe leckeres Essen, tolle Schokolade, spannende Serien und jegliche Art von Abenteuer. Du kannst mich auch auf Facebook und Instagram finden.

3 Kommentare

  • Isabella

    Liebe Dani,

    ich finde es erschreckend, dass Du solche Mails erhalten hast. Nicht zu reagieren war wahrscheinlich der beste Weg.
    Ich denke, es sollte jedem selbst überlassen werden, ob er einen Hund aus dem Tierschutz oder von einem seriösen Züchter holt. Wie Du sehe ich die Ausnahme bei Hobby-Zuchten und Welpenhändlern … wobei ich auch gestehen muss, Shadow stammt auch aus einem Unfall-Wurf. Aber auch bei ihm merken wir deutlich, dass es gute und schlechte Sozialisierung gibt … Baustellen hat auch er einige.
    Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt auf euren kleinen Nachwuchs und freue mich mit euch.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

  • sandra

    Hallo Dani,
    es ist wirklich schade, dass du auch so negative Nachrichten bekommen hast, gerade wo du wirklich 2 tollen Tierschutz-Hunden schon ein Zuhause geboten hast und nun dich für deinen Wunschhund auch noch so intensiv informiert und vor allem auch lange drauf gewartet hast.
    Leider gibt es bei einigen nur einen Absolutismus… das strengt immer wieder an und letztendlich kommt man mit solchen Menschen nicht auf einen grünen Zweig. Ich hatte damals als ich mich für Aaron entschied, auch direkt die ersten die sagten: “Warum einen Rassehund?” und später: “Der hat doch keine Ausstrahlung. Ein Tierschutzhund, der ist dankbar…”
    Wir hatten in der Familie auch immer Hunde aus dem Tierheim und sie hatten alle Baustellen. Das ich mich 2011 dann entschied einen Welpen zu nehmen und dann einen Labrador, ist auch aus einem Entscheidungsprozess entstanden. Ich habe tatsächlich auf auf den Tierheimseiten hier in der Nähe geschaut. Denn ich wollte wenn es ein Hund aus dem Tierheim wird, diesen vorher besuchen und beurteilen können. Denn ich hätte zu der Zeit nicht jedes “Päckchen” tragen können. Nun war hier aber nichts was in meine Welt gepasst hätte. Dann überlegte ich, da wir ja bereits mit Sandokan einen erwachsenen Labrador Rüden, der teils auch im Umgang mit anderen Rüden schwierig war, dass es besser wäre einen Welpen zu nehmen, damit der mit Sando langsam wächst und die einfach Buddies werden. Ja, es gibt keinen Welpenschutz. Aber von Sando wussten wir, dass er mit Welpen und Junghunden halt keine Probleme hatte. Dann fand ich auch die ruhige Art, dieses in Sich ruhen, der Labrador Rasse echt klasse und der generell die kernige Art und Weise. Da wir ja als Familie viel Zeit zusammen verbringen und unsere Hunde auch täglich sich treffen würden, war dann recht schnell der Gedanken auch einen Labrador zu nehmen. Und es war letztendlich die richtige Entscheidung 🙂

    Ich freue mich für euch, dass ihr nun euer neues Familienmitglied abholen könnte und hoffe, dass du dir durch solche negativen Nachrichten die Freude nicht dämpfen lässt.

    ganz liebe Grüße Sandra
    PS: deiner Meinung, wer letztendlich mit an den vollen Tierheimen mitschuld ist, unterstreiche ich auch vollkommen.

  • Auenländerin

    Was sind das für Zeiten in denen sich man vor fremden Leuten rechtfertigen soll, woher man seinen Hund hat. Das ist doch in erster Linie erstmal eine persönliche Angelegenheit.
    Schlimm finde ich Menschen, die sich gedankenlos Hunde anschaffen, die sich nicht klar darüber sind, was das bedeutet. Das kann man bei dir wohl ausschließen, schließlich leben schon zwei Hunde bei euch. Ganz ehrlich gesagt finde ich persönlich es auch absolut nicht gut sich Hunde aus dem Ausland “zu bestellen”. Wir haben selber einen Auslandstierschutzhund muss ich dazu sagen. Aber er war hier auf einer Pflegestelle und wir konnten ihn kennen lernen bevor er zu uns in die Familie kam. Aber das ist meine persönliche Meinung und ich würde nie jemanden angreifen, der sich hier für einen Hund aus dem Tierschutz entscheidet. Jeder Hund hat ein Recht auf ein schönes Leben. Egal woher er kommt.
    Aber ich kenne das selber. Wir haben in der Familie jemanden, für den geht es überhaupt nicht Hunde vom Züchter zu holen. Leona ist nun ein Hund vom Züchter und damit ein Hund zweiter Klasse für diese Person. Mich macht das so wütend und traurig. Es ist doch schön für Leona, dass sie keine schlimme Vergangenheit hat und wohlbehütet aufgewachsen ist. Das macht sie doch nicht schlechter…
    Ich hoffe ihr habt eine schöne erste Zeit mit eurem Welpen.
    Liebe Grüße
    Auenländeri