Von der Unart mit seinem Hund Ball zu spielen | Warum Ballspielen gefährlich ist | kleinstadthunde.de
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Von der Unart mit seinem Hund Bällchen zu spielen Quantität oder Qualität?! Oder doch lieber gar nicht?

Das liebste Spielzeug vieler Hunde und deren Halter sind Bälle. Seien es Fußbälle, Tennisbälle, Handbälle …. Hauptsache sie sind rund und können geworfen werden. Aber warum spielen Hund und Halter so gerne mit Bällen? Manch einer verwendet sogar sogenannte Ballschleudern damit der Ball noch weiter fliegt und der Hund richtig Gas gibt.

Sicher, zu sehen, wie viel Spaß der eigene Hund an diesem Spiel hat, stimmt einen Hundehalter freudig. Eine Bekannte von mir hat regelmäßig ihren Hund damit “ausgepowert”. Sie saß im Gartenstuhl und hat munter den Ball geworfen. Stunde um Stunde. Und nach dem Spiel rollte sich der Hund zufrieden in seinem Körbchen zusammen. Ein erfolgreicher Tag. Für beide. Aber die Quittung bekommt man meist später. Dieser Hund ist im Laufe seines Lebens sehr schwer krank geworden und musste bereits mit 11 Jahren eingeschläfert werden.

Was passiert mit dem Hundekörper beim Bällchen spielen und was sind die Langzeitfolgen?

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Beim Bällchen sind es die abrupten Bewegungen die das Spiel so gefährlich machen. Nach dem Ballwurf dreht sich der Hund sehr schnell und sehr eng und unaufgewärmt losgehetzt. Und wenn der Hund aus dem vollen lauf stoppt und den Ball aufnimmt wirken enorme Kräfte auf die Vorderläufe des Hundes und der gesamte Körper wird zusammen gestaucht. Auf Dauer richtet das massive Schäden im Bewegungsapparat (besonders auf Ellenbogen, Hüft- und Kniegelenke und Wirbelsäule) an und fördert den Gelenkverschleiß. Außerdem können Bälle – wenn sie zu klein sind – auch ganz einfach verschluckt werden. Tatsächlich kam ich bereits mit 2 Hundehaltern in Kontakt, die mir von diesem Erlebnis bei ihren Hunden berichtet haben. Nur ein Hund konnte gerettet werden.

Zu viel Ball gespielt? Denk an eine OP-Versicherung!

Warum wird aus Bällchen holen häufig eine Sucht? Wieso gibt es Balljunkies?

Von der Unart mit seinem Hund Ball zu spielen | Warum Ballspielen gefährlich ist | kleinstadthunde.deWenn man sich einmal das komplette Jahgdverhalten von Hunden und Wölfen ansieht, versteht man warum. Weil das Jagdverhalten an sich sehr komplex ist, gehe ich jetzt nur auf den Teil ein, um den es im Prinzip beim Ballspielen geht: Das Simulieren des Hetzens der Beute und anschließendes Erlegen eben dieser. Ja, manche Hunde “töten” (z. B. schütteln) ihre Bälle bzw. das Spielzeug nachdem sie es gehetzt haben. Bei einer Jagdsequenz ist der Erfolg direkt greifbar, der Körper stellt dafür sämtliche Energien plötzlich frei. Das ist dann ein unglaublicher Adrenalin/Hormon-Kick. Der lässt ihn alles vergessen – außer seine Beute, den Ball. Das hat auch zur Folge, dass das Schmerzempfinden des Hundes enorm herab gesetzt wird oder Ding in seiner Umwelt komplett ausgeblendet werden – wie z. B. der Erzfeind an der Leine beim Anblick eines Balls. Was auch sinnvoll wäre, wenn es sich bei dem Ball um echte Beute handeln würde, welches das Überleben des Hundes sichert. Denn erfolgreich ist nur der beim Jagen, der sich von nichts(!) ablenken lässt.

Solche Hetzjagden finden aber sehr selten statt, sie dienen schließlich der Ernährung. Der Hund führt sie – wie beim Ballspielen – auch nicht zig mal hintereinander aus. Er bekommt einmal seinen Adrenalin- und Hormonrausch, fängt das Tier und tötet es. Danach ist er mit heimtragen und fressen beschäftigt.

Beim Ballspielen wird der Hund somit dauerhaft mit einer ganzen Menge Hormone beschossen, die eine Menge Energie freisetzen und wiederum andere Körperfunktionen runterschrauben. Passiert das ständig, wird der Hund süchtig danach und der Hund erreicht keinen normalen Hormonstatus mehr und andere Körperfunktionen nicht mehr normal laufen und im Ungleichgewicht ist.

Gibt es auch richtiges Ball spielen mit dem Hund?

Jaein. Einige Hunde reagieren schneller negativ auf Bällchen spielen als andere Hunde. Das hat in der Regel mit der Rasse zu tun aber auch mit dem individuellen Charakter und ob der Hund in seiner Jugend mit Bällen schon bespaßt wurde. Skadi zum Beispiel, die in Bulgarien aufgewachsen ist, kann gar nichts mit Bällen anfangen obwohl sie ein Jagdhund ist. Da muss der Halter individuell fest machen, wie sinnvoll das für seinen Hund ist. Wobei die negativen  Auswirkungen auf den Hundekörper immer gleich Schädlich sind. Deswegen ist nicht das spielen mit dem Ball an sich schädlich sondern das wie du mit deinem Hund und seinem Ball spielst.

Es versteht sich von selbst, dass das klassische Ball spielen a´la Halter wirft es und Hund rennt hinterher, stopt, nimmt den Ball auf und bringt es dem Halter zurück damit er ihn wieder werden kann, niemals gut ist. Weder für Körper noch für den Geist. Stattdessen kannst du andere Dinge mit dem Ball tun.

  • Verlorensuche
  • Suchspiele mit dem Ball
  • Zerrspiele mit dem Ball
  • ruhiges und diszipliniertes Apportieren

Du kannst den Ball auf euren Spaziergängen “verlieren” und deinen Hund dann nach einigen Metern suchen schicken. Du kannst ihm dann beibringen, dass er entweder den Ball anzeigt oder ihn zu dir zurück bringt. Du kannst den Ball aber auch gezielt verstecken und deinen Hund dann los schicken. Beide Varianten verzichten bei dieser Art des Spiels auf das Hetzen und körperlichen Belastungen infolge von abrupten Bewegungen, Starts und Stops. Ruhiges und diszipliniertes Apportieren lässt sich gut mit Übungen zur Impulskontrolle kombinieren. Am besten schaust du dir da einzelne Trainingssequenzen aus dem Dummysport an und leitest die Übungen für dich ab. Du kannst dann zum Beispiel mehrere Bälle verschiedener Farben werfen während dein Hund neben dir ruhig absitzt und ihn anschließend zu einem bestimmten Ball schicken, den er dir bringen soll. Die anderen folgen dann nacheinander auf dein Kommando.

Welche Bälle eignen sich für Ballspiele und welche nicht?

Tennisbälle (wie im Titelbild) aller Art sind Tabu! Auch die, die in den Tierläden rum liegen. Denn die haben einen komischen, meist grünen Filz Überzug. Der wirkt auf Hundezähne wie Schmirgelpapier auf Holz. Sie schleifen die Zähne deines Hundes kontinuierlich ab.

Wenn wir mit Bällen spielen, dann benutze ich diesen Chuckit!* Ball. Den findet man auf Grund seiner Farbe auch leicht wieder 😀 Der schwimmt super und hat keinen ekeligen Filz Überzug. Klar, der ist teurer  als die Billig Dinger, aber er hält einiges aus und bricht nicht in der Mitte durch wenn Inuki doch mal knautscht. Und das kommt leider öfter vor als ich möchte.

Wir steht ihr zum Ballspielen? Wir spielen nicht (mehr) unkontrolliert mit dem Ball. Wenn, dann nur Verlorensuche. Das strengt Inukis Kopf an und schont seinen Körper. Denn leider hat auch er schon mit den ein oder anderen Zipperlein zu kämpfen.

 

 

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