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Mehrhundehaltung

Bedeutet ein Zweithund automatisch doppeltes Glück? Meine Gedanken zum Thema und warum ich beim 3. Hund einiges anders machen werde

Ein Hund zieht ein. Jippie. Nach der Euphorie des ersten Hundes und wenn sich der Alltag eingestellt hat, kommt bei vielen der Wunsch nach einem Zweithund auf. Oftmals nur per Zufall – der Bruder eines Nachbarn kennt da jemanden mit kleinen süßen Welpen und Welpen gucken kann man ja mal machen usw usf und schwupp – dann hat man ihn. Den Zweithund. Wie die Jungfrau zum Kinde. Quasi.

Also Merke: Welpen gucken ist böse! Als meine Nachbarin ihre Welpen hatte, bin ich nur 1x kurz dort gewesen. Aus gutem Grund. Ich habe schon einen Zweithund. Und der Dritthund ist erst geplant wenn die beiden ersteren sich Senioren nennen dürfen. Schließlich möchte ich keine 3  Senioren auf einmal verpflegen und gehen lassen müssen. Da krümmt sich nicht nur der Geldbeutel, nein auch der eigene Körper wenn die treue altersschwache Hunde irgendwann pflegebedürftig wird und oftmals getragen oder hinterher geputzt werden muss.

Oder es steht schon mit Einzug des Ersthundes fest das ein zweiter Vierbeiner irgendwann dazu kommt. So wie bei mir 😉 Dies ist auch oft bei Hundesportlern oder Rasseliebhabern der Fall. Allerdings bleibt es dann meist nicht bei zwei Hunden. Schließlich ist Hund Nummer 1 irgendwann zu alt für den Sport, dann kommt Hund Nummer 2 und wenn dieser in der mittleren Reife steckt, ist auch schon der Nachwuchshund in Planung. Doppelter Hund, doppeltes Glück.

Doch ist der Zweit- oder Dritthund wirklich immer ein Mehrwert in der Familie? Im Allgemeinen kann ich sagen JA! Allerdings auch hier einige Einschränkungen:

  • Zwei (und mehr) Hunde können eine ganz eigene (Rudel-)Dynamik entwickeln. Während jeder Hund einzeln und für sich sehr höflich bei Fremdhunden agiert und sich ohne Probleme an der Leine an Artgenossen vorbei führen lässt kann es mit beiden Hunden im Doppelpack anders aussehen. Leinenpöbelei und unhöfliche „Gruppeninvasionen auf Fremdhunde“ sind da keine Seltenheit und auch bei uns ein Thema welches inzwischen bis auf die Gruppeninvasion gut händelbar ist.
  • Auch können sich vorhandene Baustellen des Erst- oder Zweithundes sich auf den jeweiligen anderen Hund übertragen. So hat man beispielsweise plötzlich zwei pöbelnde Hunde an der Leine. Bei Minihunden kein großes Problem – bei 2 großen Hunden kann dies schon ein ziemlicher Kraftakt werden.
  • Der finanzielle Aspekt muss ebenso berücksichtigt werden. 2 Hunde bedeuten mehr Futterkosten, doppele Versicherungsgebühr (unbedingt bei der Versicherung nach Sonderkonditionen fragen!), doppelte bzw. erhöhte Hundesteuer für den 2ten Hund + einfache Hundesteuer für den ersten. Bei Bedarf doppelte Gabe der Wurmkur und Flohzeugs. Und für jeden Hund die Impfung einzeln!

Bei all diesen negativen Punkten – von denen einige sicherlich nicht zutreffen MÜSSEN aber KÖNNEN – sage ich dennoch, das ich den Schritt zum Zweithund bisher nicht bereut habe. Ich finde es äußerst wertvoll und interessant zu sehen wie fein die Kommunikation zwischen Inuki und Skadi abläuft. Ich habe zwar schon viel über das Ausdrucksverhalten von Hunden gelernt aber wenn man es Live und in Farbe vor sich hat, mit Hunden die sich kennen und aufeinander abgestimmt kommunizieren, ist das noch mal eine ganz andere praktische und wertvolle Erfahrung.

Inuki_kleinstadthunde.de _ Graffiti

Ausschlaggebend ist für mich auch gewesen, dass ich Skadi nicht nur für Inuki wollte (oft hört man ja man möchte einen Zweithund damit der Ersthund immer jemanden zum spielen hat …) sondern auch für mich. Eigentlich wollte ich mit Ihr Dummyarbeit machen. Auch wenn Skadi ein WCS ist –Dummytraining findet sie blöd. Zum Glück bin ich flexibel und Skadi macht jetzt zusammen mit Inuki Obedience.

Schade ist sber, dass Inuki und Skadi nicht miteinander spielen. Ganz ehrlich, das habe ich mir anders vorgestellt. Und ich bin immer ganz neidisch wenn die Hunde anderer Mehrhundehalter so toll miteinander spielen … . Das liegt an Skadi, sie hat einfach Angst umgerannt zu werden und Inuki ist nun mal ein wenig größer als sie. Das würde ich beim nächsten Hund auch anders machen und die Gewichtsklassen nicht so krass auseinander gehen lassen.

Auch wenn ich den Zweithund nicht für den Ersthund aussuche, so ist es äußerst vorteilhaft wenn der Zweithund doch irgendwie zum Ersthund passt. Ein tollpatischer übergewichtiger Labrador und eine feinfühlige Mimose von Chihuahua sind vielleicht nicht die passendste Kombi (Wobei es super Groß- und Kleinhund Gespanne gibt!).

Es muss also immer im Hinterkopf behalten werden das nichts von alledem was ich oben schrieb eintreffen muss aber sehr wohl passieren kann. Und dann muss man das was man bekommt auch wollen damit ein reibungsloses Zusammenleben für alle Beteiligten angenehm ist.

Habt ihr mehr als einen Hund? Wenn ja, welche Kombi und wie läuft es bei euch so? Wenn nein, warum nicht?

Hi, ich bin Dani, Bloggerin und Autorin bei Kleinstadthunde. Ich liebe leckeres Essen, tolle Schokolade, spannende Serien und jegliche Art von Abenteuer. Du kannst mich auch auf Facebook und Instagram finden.

0 Kommentare

  • Socke-nHalterin

    Wirklich gute Gedanken, die Du Dir gemacht hast. Ich wünschte, ich könnte Socke einen kleinen Tibi an die Seite geben, den sie erziehen kann und der sich vielleicht all die tollen Eigenschaften von Socke abschaut.

    So der Traum.

    Socke wurde abgegeben, weil sie im Rudel nicht zurecht kam und wir merken, dass sie sich alleine am wohlsten fühlt. Sie wird immer Einzelhund bleiben, auch wegen Ihrer Erkrankung….Ansonsten kann ich den Wunsch nach mehreren Hunden gut verstehen.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

    • Dani

      Hi Sabine,
      ich finde es gut dass du Sockes Gefühle bei deinen Zweithundgedanken berücksichtigst.
      Ich bin mir sicher Sockes liebe zu euch ist genauso groß wie die von 10 weiteren Hunde, mindestens.

      Liebste Grüße
      Dani mit Inuki und Skadi

  • Steffi

    Schöner Beitrag!
    Und ich erkenne unsere Situation darin auch wieder.
    Ich hatte, nachdem ich meinen großen Cocker bekommen hatte, IMMER den Wunsch nach einem zweiten Cocker. Da Ren so ein “einfacher” Hund ist und ich wirklich keine Probleme mit ihm habe, dachte ich mir: Ach, ein 2. Cocker ist doch nichst. Fällt quasi nicht auf!
    Aber da habe ich Stimpy noch nicht gekannt 😉 Die kleine Maus durften wir wöchentlich besuchen bis ich sie dann abholen durfte! Es kam also eigentlich kein Überraschungspaket! Nun ja! Was soll ich sagen?! Stimpy ist das absolute Gegenteil von Ren! Dominant, hat einen ausgeprägten Jagdtrieb und hat echt Pfeffer im Hintern! Aber ich muss sagen dass mir das auch gut getan hat da ich dadurch ganz andere Seiten der Hundeerziehung kennen lernen durfte! Und auch die passenden Menschen dazu!
    Also in unserem Fall passt es “Zweithund-ja! Doppeltes Glück”! (aber viiiiiiel mehr Arbeit ;))
    Aber keine Minute möchte ich mit meinen beiden Fellnasen missen!

    Man hört nie auf an sich zu arbeiten und dazuzulernen!

    Ganz liebe Grüße
    Steffi mit Ren & Stimpy

    • Dani

      Hi Steffi,
      vielen Dank!
      Wie sagt man immer? Man bekommt den Hund den man braucht. Bei uns war es ähnlich. Inuki ein easy going Hund. Skadi eine Großbaustelle, Aber ich durfte so viel lernen!

      Liebste Grüße
      Dani mit Inuki und Skadi

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