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Alltag

Kleiner Wolfi in Wildeshausen – aber wie lange noch?

Wölfe auch bei uns!

 

Erst waren es einzelne Sichtungen, wie 2007 bei Unterlüß in LK Celle und nun spricht die Staatssekretärin des Umweltministeriums Almut Kottwitz schon davon das sich der Wolf bis Ende des Jahres in ganz Niedersachsen ausgebreitet haben wird. Einige wolfische Familienverbände haben sogar schon Nachwuchs. Der Wolf (geschätzt ca. 50 Tiere in NDS und ca. 200 Tiere in ganz Deutschland) in Niedersachsen, das gab es schon seit 100 Jahren nicht mehr. So wurde der letzte Wolf des Jeverlandes in Oestringfelde am Wolfsgalgen im Jahr 1738 getötet und aufgehängt.

 

Laut des Chefredakteurs von Bothmer der  Fachzeitschrift “Jäger” wird der Wolf als Bereicherung der Kulturlandschaft angesehen welche aber “bewirtschaftet werden muss um die natürliche Scheu beizubehalten”. Sprich: Bestandsreduzierung. Wenn man sich den Wolf in der Umgebung um Oldenburg/Wildeshausen ansieht könnte diese “Bewirtschaftung” leider bald “nötig” werden.

 

Jüngst wurde ein Wolf in Wildeshausen gesichtet. Er streifte dort unter anderem auch durch Wohngebiete. Normalerweise haben Wölfe eine natürliche Scheu vor dem Menschen und meiden Wohngegenden. Doch dieses Exemplar, welches anscheinend weiter Richtung Cloppenburg gewandert und Großenkneten gesehen worden ist hat seine natürliche Scheu verloren. Dafür kann es nur zwei Gründe geben laut Holger Buschmann von der NABU. Dies könnte zum einen die Tollwut oder zum anderen die Anfütterung durch Menschen sein. Tollwut kann jedoch mit ziemlicher Sicherheit ausgeschlossen werden – Deutschland gilt seit 2008 als Tollwutfrei. Das Umweltminesterium teilte unterdessen mit das ein Wolf ohne Scheu dem Menschen unter Umständen gefährlich werden kann. Daher entschied sich das Ministerium dazu den Wolf zu betäuben, mit einem Sender auszustatten und dann mit Gummigeschossen zu vertreiben. Auch eine Tötung, eine sog. finale Entnahme aus der Natur sei nicht ausgeschlossen stehe aber nur im äußersten Notfall zur Debatte.

 

Der Wolf ist Gesprächsthema Nummer 1 der hiesigen Zeitungen. Die einen sind entzückt und fasziniert von der Rückker der Wölfe. Die anderen erschrocken, verängstigt und Viezüchter sehen ihr grasendes Geld in Gefahr. Viele Euros an Schadensersatz wurden seit 2007 an Viehbesitzer überwiesen. Allerdings gibt es auch Viehbesitzer die die Rückkehr der Wölfe gelassen sehen und die ganze Hysterie nicht verstehen. Schäfer Thomas Rebre aus dem LK Lüneburg züchtet Heidschnucken. Ein bisschen mehr Arbeitsaufwand und ein bisschen mehr Aufmerksamkeit hat seine Herde vor größeren Schäden und Verlusten bewahrt. Moderne Elektrozäune, Herdenschutzhunde und Herdenschutzesel seien Lösungen auf die die Schäfer im Wendland bereits jetzt setzen.

 

Es geht also, das Leben mit dem Wolf. Nur gewusst wie. Deutschland ist leider zu flächendeckend besiedelt als das Wölfe ihr Territorium von mehreren 100 Kilometern ohne Menschenbegegnungen und aufsehen abgehen können. Wir sind nun mal nicht Kanada. Es scheint als sei das Überleben des Wolfes in Niedersachsen von der Toleranz der Menschen abhängig.

 

Selbst unsere Tageszeitung, die Wilhelmshavener Zeitung, bereitet die Menschen schon auf das auftauchen des Wolfes in Friesland vor. Immerhin sind es nur 100 km zwischen Wilhelmshaven und dem LK Oldenburg und dem Ammerland. Außerdem bietet der Südkreis vergleichsweise viel Wald und Deckung. Bereits vor Hunderten von Jahren trat dort der Wolf häufig auf und wurde dort auch massiv bejagt.

 

Ich bin gespannt wie sich Wolfis Geschichte entwickeln wird. Ich hoffe nicht so wie Bruno Bär. Feststeht dass die Leute die Wolfi angefüttert haben sich die A-Krone aufsetzen dürfen, denn sie sind dafür verantwortlich das der Wolf seine Scheu verloren hat und unter Umständen geschossen wird. Sollte ich tatsächlich das Glück haben einen Wolf zu treffen so wird dieser hoffentlich ebenfalls beschossen werden von mir – von meiner DSLR bis die SD-Karten glühen. Es wird übrigens dazu geraten sich bei einer Begegnung mit dem Wolf möglichst auffällig laut zu verhalten um den Wolf zu vertreiben. Händeklatschen und laute Rufe sollen ein wirksames Mittel sein. Anschließend soll man die Wolfssichtung hier melden. Und melden könnt ihr euch auch hier. Diese Online-Petition kämpft dafür das der Wolf nicht abgeschossen werden darf! Je mehr Leute unterschreiben desto besser. Denn ich teile nicht die Meinung der “Wolfsgegner” das die Wölfe uns gefährlich werden könnten. Sicher, ein Wolf in der Stadt ist nicht ideal aber das permanente abschießen und töten von vermutlich gefährlichen Tieren nicht in Ordnung. Auch Günther Bloch (Kynologe und Autor diverser Bücher und Fachartikel, betreibt Freilandforschung an Wölfen in den Rocky Mountains seit 1991)  bestätigte mir in einer eMail dass dieser Wolf nicht abgeschossen werden sollte. Für Jungtiere sei es ganz normal das diese sehr neugierig sind und deshalb auch nicht gleich ihre “natürliche” Scheu verloren haben. 

 

Weitere Informationen zum Thema Wolf in Niedersachsen

 

 

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Alle Fotos in diesem Post sind von der Naturfotografin Andrea Harnischmacher und unterliegen ihrem Copyright! Entstanden sind die Aufnahmen im Wildpark Eekholt im Segeberger Forst und zeigen die 12 jährige Leitwölfin und ihren zweijährigen Nachwuchs Alexander und Janosch. Außerdem ist noch Masha zu sehen – sie wird zusammen mit Janosch und Alexander irgendwann ihren eigenen Verband gründen. Vielen Dank das ich deine Bilder hier zeigen darf Andrea 🙂

Hi, ich bin Dani, Bloggerin und Autorin bei Kleinstadthunde. Ich liebe leckeres Essen, tolle Schokolade, spannende Serien und jegliche Art von Abenteuer. Du kannst mich auch auf Facebook und Instagram finden.

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